Bürokratie in der Hansestadt Lübeck

Drohnenfotografie-Genehmigung

Kennt ihr das „Haus, das Verrückte macht“? Falls nicht, empfehle ich euch den Zeichentrick-Klassiker „Asterix erobert Rom“. Besagtes Haus ist nämlich die römische Präfektur, in der Asterix und Obelix den „Passierschein A38“ besorgen sollen. Die scheinbar simple Aufgabe endet allerdings in einer endlosen Odyssee, in der die Gallier von einem Büro zum nächsten irren. Warum ich euch das erzähle? Mein persönlicher Passierschein A38 ist die Beantragung einer Drohnenfotografie-Genehmigung bei der Hansestadt Lübeck.

Ich bin bereits jede Woche für „Wir sind Lübeck“ unterwegs und mache Fotos unserer schönen Hansestadt. Die besten Motive bearbeite ich und veröffentliche sie auf der Seite, um die vielen Facetten und besonderen Orte der Stadt zu präsentieren. Die zahlreichen positiven Reaktionen auf die Fotos freuen mich jedes Mal sehr. Besonders überwältigend war die Resonanz auf ein Video, das aus Drohnenaufnahmen zusammengeschnitten war.

Es besteht aus mehreren Sequenzen, die Olli Zimtstern – Fotografie und Kopter-/Drohnenaufnahmen mir zur Verfügung gestellt hat. Knapp 100.000 Menschen haben sich dieses Video seither angesehen und es über tausend Mal auf Facebook geteilt.

Lübeck aus der Vogelperspektive

Die Eindrücke von Lübeck aus der Vogelperspektive kommen sowohl bei Lübeckern als auch Touristen gut an und wecken das Interesse, die Stadt zu besuchen. Für mich Grund genug häufiger Videos aus Lübeck zu posten. Um dabei rechtlich auf der sicheren Seite zu sein und selbst als Drohnenpilot tätig zu werden, habe ich mich in die Thematik gut eingelesen. Denn: Bezüglich der Drohnenfotografie gibt es diverse gesetzliche Auflagen. Um nur einige hiervon zu nennen:

  • Kennzeichnungspflicht der Drohne mit Adresse des Piloten auf einem feuerfesten Schild
  • Haftpflichtversicherung
  • Aufstiegsgenehmigung für das jeweilige Bundesland
  • Starterlaubnis vom jeweiligen Grundstück

Weiterkommen mit dem Passierschein A39?

Mitte März habe ich zu diesen Themen einen Antrag bei der Stadt Lübeck gestellt. Nach etlichen Telefonaten wurde mir eine erste Ansprechperson genannt, die ich per E-Mail kontaktierte – jedoch nicht die Richtige, wie sich herausstellte. Sie verwies mich an einen anderen Mitarbeiter, der allerdings ebenfalls nicht zuständig war. Seither wurde ich insgesamt fünf Mal an eine neue Ansprechperson verwiesen. Die letzte Rückmeldung habe ich Ende April erhalten und auch beharrliches Nachfragen bringt seither keine neuen Erkenntnisse.

Fazit: Es ist schade, dass ich für den Tourismus in Lübeck „kostenlos“ etwas tun möchte und dazu nicht die Gelegenheit bekomme. Asterix und Obelix erkennen letztendlich, dass Logik und gesunder Menschenverstand sie in der Behörde nicht weiterbringen und machen sich die Strategie der Beamten zu eigen: Sie erfinden kurzerhand den „Passierschein A39, wie er im Rundschreiben B65 festgelegt ist“. Ob das wohl auch bei den Lübecker Behörden funktioniert? Ich halte euch auf dem Laufenden.

Posted in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.