Unverpackt-Lübeck – lose, nachhaltig, gut

Ladenschild Unverpackt-Lübeck

Es ist nicht schwer zu erraten, woher die Fleischhauerstraße ihren Namen hat: Im Mittelalter waren hier fleischverarbeitende Geschäfte vertreten. Mit der Gewerbefreiheit änderte sich die Nutzung der Straße. Heute befinden sich in der Straße viele kleine Einzelhandelsgeschäfte – darunter seit 2017 auch der Laden „Unverpackt-Lübeck“ von Wiebke Euler. Wiebke lebte schon immer nachhaltig und umweltbewusst. Bereits mit zehn Jahren entschied sie, sich vegetarisch zu ernähren.

Nachdem sie nach ihrem Abitur die Welt bereiste und verschiedene Berufswege ausprobiert hatte, führte sie ihr Weg durch einen Freund an die Werkkunstschule in Lübeck, wo sie Kommunikationsdesign studierte. Ursprünglich gewillt im kreativen Bereich, genauer gesagt als Requisiteurin beim Film zu arbeiten, sollte das Studium den Einstieg in die Filmbranche erleichtern. Doch wie das Leben so spielt, kam es anders. Eine Freundin, die sich mit einem Kaffee- und Crepestand selbstständig gemacht hatte, gab ihr den Mut, ebenfalls den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Durch den guten Kontakt zum Unverpackt-Laden in Kiel und sehr viel Eigenrecherche und Vorbereitung fiel dann schließlich die Entscheidung: „Ich mache es jetzt selbst“.

Der verpackungsfreie Lebensmittelhändler

Verpackungsfreie Läden liegen voll im Trend. Die Menschen produzieren täglich Unmengen an Müll. Darunter fallen auch Plastikbeutel. Beim Einkauf werden anstelle von Leinenbeuteln immer noch häufig Plastikbeutel verwendet. Schaut man sich bewusst um, wird viel zu häufig Plastik genutzt. Es ist kaum vorstellbar, aber die Deutschen verbrauchen im Jahr 5 Milliarden Plastiktüten (eine Zahl mit 6 Nullen). Pro Tag sind das 14 Millionen Plastikbeutel (Quelle: chicobag.de). Von diesen Plastikbeuteln werden nur 7 von 100 recycelt. Ein Großteils des Mülls, nämlich 60 Prozent, landen im Meer und werden an unseren Stränden angeschwemmt. Wissenschaftler fanden heraus, dass bereits zwei Drittel unserer Seevögel Plastikmüll im Magen haben (Quelle: spiegel.de).

5 Beispiele, wie Du Müll reduzieren kannst

  • Einkauf – Leinbeutel statt Plastikbeutel nutzen
  • Wasser in Plastikflaschen durch Glasflaschen ersetzen
  • Bereits beim Kauf der Produkte auf die Umverpackung achten
  • Den eigenen Becher für den Kaffee to Go mitbringen
  • Aktiv werden – zum Beispiel beim Spaziergang herumliegenden Plastikmüll im naheliegenden Mülleimer entsorgen, bevor dieser in einem Tiermagen landet.

Naturzahnbürsten

 Verpackung kostet Geld und belastet die Umwelt

Neben dem Inhalt zahlt der Verbraucher auch für die Verpackung und das ist nicht wenig. Alleine bei 125 Gramm Rucola entfallen 20 Prozent auf die Schale. Wer Glasreiniger benutzt, zahlt 40 Prozent des Gesamtpreises für Verpackung, wovon der Sprühkopf den größten Teil ausmacht (Quelle: spiegel.de). Es gibt unzählige weitere Beispiele. Je aufwendiger die Verpackung, desto teurer das gesamte Produkt. „Unverpackt Läden“ gibt es nicht nur in Lübeck, sondern deutschlandweit. Eine tolle Übersicht findet man auf der Seite „wastelandrebel.com“ von Shia Su.

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  • Interview mit Wiebke Euler von Unverpackt Lübeck

    Geschäftsführerin Wiebke Euler

    Interview mit Wiebke Euler, Geschäftsführerin von Unverpackt-Lübeck. Da mir der Kaffee und die schöne Maschine dazu auffiel, fragte ich nach einer Tasse. Ich glaube, ich hatte an dem Tag zu viel Kaffee. Meine Stimme überschlug sich bei den ersten Fragen, bis ich mich schließlich wieder bremsen konnte.

Das Konzept unverpackt einzukaufen von Unverpackt-Lübeck

Bei Unverpackt-Lübeck werden Lebensmittel in großen Spendern aufbewahrt. Gewürze und Kräuter findet man in Gläsern. Mit einem Löffel lässt sich die gewünschte Menge entnehmen. Drogerieartikel des täglichen Bedarfs sind in bioverwertbarem Papier verpackt vorzufinden. Einkaufen ohne Verpackungen funktioniert. Selbst Öle oder sonstige Flüssigkeiten lassen sich in mitgebrachte Behältnisse abfüllen.

Die Produktauswahl

Das unverpackte Sortiment setzt sich sowohl aus regionalen Artikeln als auch aus konventionellen und biologischen Produkten zusammen. Unverpackt-Lübeck steht für hohe Qualität und Transparenz. In naher Zukunft werden Interessenten im Laden einen Ordner vorfinden, der alle Infos zu den Herstellern der einzelnen Produkte beinhaltet. Das Sortiment setzt sich bisher aus Trockenprodukten, Nüssen, verschiedenen Ölen und Drogerieprodukten zusammen. Es kommen ständig neue Produkte hinzu, es lohnt sich also immer mal wieder auf die Webseite zu schauen und Neuigkeiten zu entdecken. Oder über Facebook der https://www.facebook.com/unverpacktluebeck/ zu folgen, auf der Wiebke Neues postet.

Lebensmittel unverpackt wiegen

Interview mit Wiebke Euler von Unverpackt-Lübeck

André: Hallo zusammen, ich bin heute für „Wir sind Lübeck“ in der Fleischhauerstraße, bei Wiebke in dem Laden Unverpackt-Lübeck. Bevor wir mit den Fragen beginnen: Kaffee! Den Kaffee hatte ich zwar vorhin schon, aber die Frage stelle ich nochmal: Bietest Du auch Kaffee an oder kann man hier Kaffee kaufen?

Wiebke: Also wir haben eine ganz tolle Kaffeemaschine hier im Laden, mit der ich sehr leckeren Fairtrade-Kaffee anbieten kann. Man kann sich hier auch gut hinsetzen, draußen sowie drinnen. Wir machen auch ständig Kuchen. Der passt zum Kaffee. Wer will, kann sich aber auch Kaffee- oder Espressobohnen zum Mitnehmen abfüllen und auch mahlen lassen.

André: Okay, ich sehe, Du hast hier noch leckeren Kuchen liegen, was ist das für einer?

Wiebke: Das war heute ein vanilliger Rührteig-Kuchen, mit Erdbeeren und Kokos-Topping, Kreation von mir.

André: Ah ja, da sind noch die Kokosraspeln oben drauf (zeigt auf den Kuchen). Oder was ist das?

Wiebke: Ja genau, wir versuchen immer zu schauen, was wir hier aus dem Laden verwenden können und brauchen dann einfach nur die frischen Sachen dazukaufen.

André: Okay, fühl Dich nicht aufgehalten das leckere Stück nicht gleich noch zu essen. Also, nachdem wir dann das Grundlegendste geklärt haben (zwinkert Wiebke zu), magst Du Dich einmal selbst vorstellen? Wie alt bist Du, wo kommst Du her, bist Du gebürtige Lübeckerin und was schätzt Du generell an Lübeck?

Wiebke: Ich bin Wiebke Euler, 30 Jahre alt und nicht gebürtig aus Lübeck. Ich bin aber schon ziemlich lange hier vor Ort sesshaft. Ich bin in Eutin geboren, ist ja etwas kleiner als Lübeck, den Charme von Lübeck fand ich aber immer schon irgendwie sympathisch; also Kiel, Hamburg und Umgebung ist ja alles schon ’ne Nummer größer und ja, ich bin unheimlich gerne hier und denke, dass ich in Zukunft hier bleiben werde. Weil es einfach eine sympathische, nette, kleine Stadt ist.

André: Okay, ich kenne ja deinen Slogan, aber magst Du selbst mal in ein paar Sätzen dein Geschäftsmodell erklären, das Ganze hier mit deinen eigenen Worten vorstellen und beschreiben?

Wiebke: Im Prinzip kann man dies durch den Slogan in unserem Logo schon ganz gut zusammenfassen. Also wir bieten lose Produkte an, die in mehrerer Hinsicht nachhaltig sind, beziehungsweise die Art und Weise, wie man mit den Lebensmitteln umgeht, soll nachhaltig sein. Wir legen Wert auf Herkunft und Qualität, wir haben jetzt 90 Prozent Bioprodukte, das bezieht sich dann auf das letzte Wort gut, um aufs Logo einzugehen… (???) Vom Geschäft selbst her, ist es unheimlich persönlich – ich versuche immer auf jeden Kunden individuell einzugehen, ich möchte, dass man sich hier gut aufgehoben und begleitet fühlt.

Kaffeeautomat für frischen Kaffee

André: Wir haben es jetzt kurz nach 16 Uhr. Ich habe gerade die letzten Kunden rausgehen sehen. Du machst also nicht um Punkt 16 Uhr die Tür zu, sondern verarz(te)test noch den letzten Kunden und mittlerweile haben wir es 16.15 Uhr. Wie sah Dein Tag heute aus, wie kann man sich sonst deinen Tagesablauf vorstellen?

Wiebke: Tatsächlich war heute ein sehr schöner Tag. Ich hatte relativ viel zu tun. Und meistens überziehe ich auch ein bisschen, weil manchmal um Punkt 4 jemand reinkommt, noch Fragen hat und dann schnackt man noch ein wenig, das mache ich auch gerne. Das gehört so ein bisschen dazu. Ja, der Tagesablauf ist so, dass man ständig irgendwie mal etwas nachzufüllen hat, man muss ein bisschen hinter den Leuten herräumen, wenn sie die Behilfsutensilien benutzen. Ich möchte, dass es hier sauber aussieht – auch wenn viel los ist. Denn es ist eben auch wichtig für den Kunden, dass man sich hier gut aufgehoben fühlt und alles hygienisch einwandfrei ist.

André: Klar, ich bin absoluter Neuling auf dem Gebiet des losen Einkaufens und wurde von einer Kollegin auf diesen Laden aufmerksam gemacht. Welche Empfehlung und Tipps würdest Du einem Neukunden geben, der Dein Geschäft, wie ich, das erste Mal betritt und ein paar gängige Lebensmittel einkaufen möchte, zum Beispiel Reis, Nudeln oder Haferflocken?

Wiebke: Also, wenn man ganz neu damit anfängt, dann startet man am besten mit Dingen, die man häufig nutzt. Reis und Nudeln sind Verbrauchsgüter, die man sehr gut nachkaufen kann, sobald sie alle sind. Wenn man jetzt einfach mal etwas auf die Hand nehmen oder eine kleine Menge probieren möchte, um das Einkaufserlebnis zu haben, dann sind Nüsse glaube ich der Renner. Denn das ist etwas zum Snacken, das man sich für die Stadt einfach mitnehmen kann.

André. Okay. Ich komme jetzt rein und weiß, was ich haben möchte. Aber wie läuft das nun genau ab?

Wiebke: Auf Neukunden, bei denen ich sehe, dass sie vorhaben etwas zu kaufen, gehe ich direkt zu. Ich will ihnen eventuelle Hemmungen nehmen und sie gleich richtig empfangen. Und dann ist das so, dass man erstmal die eigenen Gefäße (wenn man etwas dabei hat) wiegt, also das Leergewicht bestimmt, damit ich das später vom Gesamtgewicht abziehen kann. Man möchte ja schließlich nur den Inhalt bezahlen. Als nächstes muss man das Gewicht des Gefäßes irgendwo notieren, dann kann man damit starten die Gefäße selbst zu befüllen. Da helfe ich am Anfang aber auch gerne noch mit. Es gibt da hin und wieder die einen oder anderen Unfälle mit sehr kleinen Produkten, wie Reis oder Linsen. Denn wenn zu schnell an den Hebeln gezogen wird, kommt manchmal eine ganze Menge auf einmal raus. Danach begleite ich die Kunden ein bisschen durch den Laden und erzähle ihnen etwas zu den Produkten. Im Moment gibt es nämlich noch sehr viele Fragen, weil wir noch nicht alle Informationen auf den Produkten stehen haben und da helfe ich dann aus.

André: Ich bin sehr unkreativ, was das Essen anbelangt. Ich hatte gehört, dass Du hier eine Kundin beraten, bedient und dann gefragt hast, was sie zubereitet. Gibst Du da spezielle Rezepttipps? Oder kannst Du Empfehlungen an die Hand geben oder interessiert es Dich, weil Du das selbst mal nachkochen könntest?

Holztresen im Laden

Wiebke: Also Rezepte gibt es derzeit noch nicht, aber die Idee existiert schon ’ne Weile. Das geht sogar so weit, dass ich überlege, irgendwann mal ein Buch zu erstellen, in dem ich die eigenen Produkte vorstelle und diese für Rezepte zusammenstelle. Aber ich frage die Leute tatsächlich auch aus Eigeninteresse. Man verwendet ja selbst oft verschiedene Waren für bestimmte Sachen und es gibt halt hunderte Wege, wie man zum Beispiel das Getreide verwenden kann. Ich finde es interessant, mich selber weiter zu informieren. Wenn derjenige das erste Mal selbst etwas probiert, gebe ich natürlich einen Tipp und erkläre, was man alles damit machen kann.

André: Ja, vorhin war der Laden extrem voll, möchte ich mal jetzt fast sagen. (lacht… Wiebe wirft ein: Für die Größe ja und lacht mit). Ja, es war richtig was los! Gut für Dich! Aber wenn ich jetzt wenig Zeit habe, fünf Lebensmittel auf dem Zettel stehen und ich noch andere Dinge erledigen will, würdest Du da als Service anbieten, dass Du das alles zusammenstellst und ich es in einer halben Stunde oder so einfach abholen kann?

Wiebke: Ja, ich versuche möglichst auf meine Kunden einzugehen und wenn es jemand wirklich eilig hat, dann übernehme ich das sehr gerne – auch in seiner Abwesenheit. Wenn die Kunden vor Ort bleiben möchten und mir sagen, dass sie es eilig haben, dann mache ich das auch mit ihnen zusammen. Die Idee, einen Einkaufsservice anzubieten, gab es auch schon zu meiner Anfangszeit. So eine Art Einkaufsliste zu schreiben, die man uns dann zusendet. Wir müssten dann so eine Art Pfandsystem erstellen, damit wir die Behälter von hier befüllen können, dann mitgeben und sie irgendwann wieder zurückbekommen.

André: Wie bist Du auf den Laden und die Idee an sich gekommen?

Wiebke: Also, ich habe den Laden in Kiel kennengelernt und auch die Entstehung in Kiel, Berlin usw. mitverfolgt. Irgendwann war ich in Kiel bei einem Seminar, um das Ganze näher zu begutachten. Parallel dazu habe ich mein Diplom hier in Lübeck an der Werkkunstschule gemacht. Das war Kommunikationsdesign und eine ganz andere Richtung. Ich musste da meine eigenen Logos und Kampagnen erstellen, das war nicht so mein Ding.

André: Aber das kommt Dir ja jetzt teilweise zu Gute, wenn Du zum Beispiel mal einen Flyer brauchst.

Wiebke: Ja genau, das ist total super und ich hätte nicht gedacht, dass ich das für mich selbst irgendwann mal benutze. Aber da kam ich auch auf die Idee für das Konzept für einen Unverpackt Laden. Ganz am Anfang war das noch rein theoretisch und blühte dann immer weiter auf, bis es schließlich wirklich mein Laden wurde.

André: Seit wann gibt es Dich jetzt hier?

Wiebke: Seit sieben Wochen.

Drogerieartikel – lose Seife

André: Also noch sehr jung hier in Lübeck. Was die Leute jetzt nicht sehen, ist Dein Farbanstrich. Den finde ich faszinierend. Wie bist Du auf die Farbe gekommen?

Wiebke: Oh, das weiß ich gar nicht so genau. Die zieht sich tatsächlich von Anfang an irgendwie so durch. Ich hatte sie während meines Diploms für meine Kampagne so ausgewählt. Man erstellt seine eigenen Farben am Computer und legt sie selbst fest. So bin ich auf diesen Ton gekommen und das ist auch wirklich noch der Ton, den ich damals entworfen habe, der ist einfach geblieben und der findet sich jetzt überall wieder – im Logo, auf den Karten und so weiter. Ich habe auch ganz viel Kleidung in dem Ton (lacht).

André: (Lacht mit) Ich finde sie auch sehr ansprechend. Du hast hier zwei Räume, kann man sagen. Im ersten sind mehr Lebensmittel, im zweiten Drogeriebedarf. Wie setzt sich sonst so Dein komplettes Sortiment zusammen?

Wiebke: Im Prinzip versuche ich die Grundnahrungsmittel abzudecken, um eben bei den Produkten, die man häufig kauft oder braucht, den Verpackungsmüll einzusparen. Immer, wenn ich in den Supermarkt gehe, um Reis und Nudeln usw. einzukaufen, habe ich die Verpackung dabei. Wenn ich diesen Schritt sinnvoll verbessern will, dann eben auch da, wo ich oft kaufe und bei dem, was ich oft kaufe. Wir haben Getreidesorten, eine Müslibar, ein paar Snacks, Reis und Hülsenfrüchte. Dann geht’s aber auch über zu ein paar Süßigkeiten und Trockenfrüchten. Hinzu kommt eine mittlerweile ausgebaute Gewürzecke. Da gibt es auch schon eine ganz gute Auswahl. Außerdem Kaffee und Tee, dann ein paar Backsachen, wie Salz und Zucker. Wir haben also wirklich alles, was man für den Haushalt so braucht. Auf der anderen Seite gibt es dann eben noch die Hygieneecke mit allen möglichen Putzsachen, alles für die Waschmaschine, Spülmaschine und Körperhygiene.

André: Wenn wir jetzt nochmal auf den Punkt zurückkommen, dass es Deinen Laden ja erst sieben Wochen gibt: Hattest Du schon Kunden, die immer wiederkommen, so dass man hier ganz vorsichtig schon von Stammkunden sprechen kann?

Wiebke: Tatsächlich gibt es die. Schon nach den ersten paar Tagen habe ich bestimmte Gesichter immer wieder gesehen. Ich muss dazu sagen, dass ich davor im Café Affenbrot gearbeitet und dort auch schon viele Kunden kennengelernt habe. Einen Teil davon konnte ich quasi mitnehmen bzw. sehe sie dann hier auch oft wieder. Ich kenne dadurch einfach schon sehr viele Leute.

André: Oh, aber Ihr seid im Guten auseinander gegangen, oder?

Wiebke: Ja, doch, alles gut! Am Anfang war es überwiegend so, dass die Leute immer nur geschaut haben und den Laden erst einmal kennenlernen wollten. Dann kamen sie immer häufiger – mit gepackten Rucksäcken – vorbei und haben hier ihre Einkäufe erledigt.

André: Kann man zur Kundschaft selbst etwas sagen? Sind Sie zum Bespiel alle im selben Alter oder zieht sich das durch die ganze Bank, durch alle Schichten, alle Altersgruppen usw.? Und gibt es vielleicht eine Zielgruppe, auf die Du Dich fokussieren möchtest? Oder willst Du allgemein Menschen ansprechen, die umweltbewusst sind und sich gesund ernähren möchten?

Wiebke: Ja, im Prinzip letzteres. Also alle, die einigermaßen umweltbewusst sind, die interessiert es vielleicht zumindest ein bisschen, mein Konzept mal auszuprobieren. Dann gibt es Leute, die sich weitestgehend schon mal damit beschäftigt haben, es aber nicht umsetzen konnten, weil es die Möglichkeit nicht gab. Das sind dann so die Wochenmarkteinkäufer, die wirklich noch zur Theke gehen und eben nicht die Verpackungen kaufen. Aber alterstechnisch nimmt sich das nicht so viel. Ich habe viele junge Leute, aber auch sehr viele ältere Damen, die gerne herkommen und sich viel und lange mit mir unterhalten. (Beide lachen)

André: Okay, aber die kaufen dann schon auch was?

Wiebke: Ja, die kaufen auch ein bisschen was und es ist auch psychologisch gut, dass ich da noch ein bisschen was mitgeben kann, wenn ich die Zeit finde. Es ist wirklich durch die Bank weg alles dabei. Ich könnte schon sagen, dass es mehr Frauen als Männer sind, aber nicht allzu viel – vielleicht so 60 Prozent Frauenanteil.

André: Wie hältst Du das mit den Öffnungszeiten? Von wann bis wann bist Du unter der Woche und am Wochenende im Laden, wann machst Du zum Beispiel Mittagspause?

Wiebke: Also noch haben wir keine Mittagspause, noch ziehen wir durch. Unter der Woche bin ich immer von 10.00 bis 19.00 Uhr hier. Am Samstag haben wir dann einen kürzeren Tag bis 16.00 Uhr. Ich denke, dass wir das erstmal so beibehalten werden. Vielleicht ändert sich irgendwann noch mal etwas, aber das werden wir dann rechtzeitig über alle Kanäle ankündigen, so dass es da keine Überraschung geben wird.

André: Magst Du was zu den Preisen sagen? Kann ich Deine Müslibar so ungefähr mit MyMüsli vergleichen? Die verkaufen zwar hauptsächlich online, aber soweit ich weiß, haben sie auch schon Ladengeschäfte eröffnet. Doch wie ich das sehe, stehst Du dem ja in nichts nach. Könnte ich jetzt auch hier bei Dir mein Müsli zusammenstellen?

Müslibar lose im Spender

Wiebke: Also, es ist ein bisschen von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Aber bei den Flocken, Müslivarianten, und Getreidesorten zum Beispiel, erhalten wir durch unsere großen Einkaufsmengen auf jeden Fall einen Preisvorteil. Bei den Hygieneprodukten haben wir riesige Kanister und dadurch reduziert sich der Einkaufspreis ebenfalls. Das ist allerdings nicht bei allen Produkten so. Die Nüsse sind momentan noch relativ teuer, wir sind aber gewillt, da eine neue Preiskalkulation zu machen. Ich möchte nämlich vermeiden, dass ein Einkauf bei mir mehr Aufwand und höhere Preise bedeutet. Ich würde mich sehr gerne im Mittelmaß ansiedeln, um quasi allen die Möglichkeit zu geben, hier einzukaufen. Ich denke, dass wir bei manchen Produkten normale Bioladen-Preise haben und bei anderen liegen wir sogar weit, weit drunter.

André: Klingt doch gut! Ich schaue hier so ein bisschen auf die Behälter – wegen dem Haltbarkeitsdatum. Wie wird das gehandhabt? Woher weiß ich, wie lange meine Haferflocken oder Nüsse noch haltbar sind?

Wiebke: Unsere Etiketten sind noch eher spärlich beschriftet, aber das ist im Rahmen der Preiskalkulation gerade in Arbeit. Wir erstellen einen Schwung neuer Etiketten, die alles beinhalten, was der Kunde wissen will. Auch Inhaltsstoffe und das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) müssen draufstehen. So kann man dann einerseits nachvollziehen, was in dem Behälter ist und wie lange ich es bedenkenlos genießen kann. Auf Wunsch gebe ich auch gerne einen kleinen Zettel oder Vermerk mit, so dass man das zu Hause noch nachvollziehen kann. Grundsätzlich ist das aber ziemlich unbedenklich, da gerade die Trockenwaren teilweise 1,5 Jahre haltbar sind. Und so lange stehen die Sachen hier sowieso niemals herum. Da ist eher die Nussrichtung oder die Art des Müslis bzw. der Öle interessant.

André: Ich sehe hinter Dir Salat liegen. Bietest Du auch Obst oder Saisonales an ? Vielleicht aus verschiedenen Regionen oder insbesondere hier aus dem Norden?

Wiebke: Im Moment noch nicht. Wir sind dieses Thema aus organisatorischen Gründen noch nicht angegangen. Wir bekommen unser Gemüse derzeit vom Eschenhof, der liegt hier in der Nähe Richtung Ostsee, bei Carlow. Von dort kriegen wir im Moment nur eine kleine Auswahl Bio-Gemüse, das gerade geerntet wurde. Obst ist noch nicht dabei, aber ich habe schon viele Kunden gehabt, die angeboten haben, da in Kontakt zu treten, wenn es soweit ist. Durch Streuobstwiesen, Höfe usw. tut sich also sicherlich demnächst etwas.

Salat aus der Region – Lübeck

André: Wie bestimmst Du, welche Produkte Du in Dein Sortiment aufnimmst? Ist es die Nachfrage oder hast Du selbst immer schon die nächsten Produkte im Kopf?

Wiebke: Also ehrlich gesagt habe ich noch unendlich viele Ideen und Wünsche im Kopf, aber dafür ist mein Laden leider nicht groß genug. Man muss sich natürlich ein bisschen danach richten, wie viel man hier in den Regalen unterbringen und wie hoch man stapeln kann. Aber wir gucken natürlich schon, wo zugegriffen wird, was stehen bleibt und was man austauschen kann. Wir reden viel darüber, was gewünscht wird. Die Kunden kommen immer auf mich zu und berichten, ob etwas geschmeckt hat oder eben nicht. Ich erfahre, ob noch etwas fehlt, was die Kunden selbst oft und gerne essen und hier bisher vergeblich suchen. Danach richten wir uns dann natürlich. So haben wir schon einiges ins Sortiment aufgenommen, das auf Kundenseite zu glänzenden Augen geführt hat.

André: Ich hatte es vorhin kurz mitbekommen, dass eine Kundin sagte, sie hätte von dem Produkt auf Facebook gelesen. Das ist ja auch eine tolle Info für Dich, dass sich Social Media anscheinend bezahlt macht.

Wiebke: Ja, richtig, hätte ich jetzt nicht so direkt gedacht, aber es funktioniert (lacht). Ja, das ist sehr erfreulich!

André: Du hast hier die verschiedensten Lebensmittel in Gefäßen, aber die kommen so ja nicht bei Dir an. Wie kann man sich das mit der Lieferung vorstellen? Kommt das alles säckeweise bei Dir vorgefahren?

Wiebke: Leider ist es nicht so, dass der Bauer vorfährt und dann das Getreide vor der Tür ablädt, sondern wir kriegen es in irgendeiner Art Verpackung. Ich versuche natürlich so groß wie möglich einzukaufen. Ich tue quasi so, als wäre ich ein Großhändler oder ein Großbetrieb und kaufe immer nur in Großgebinden ein. Das ist auch meine Bedingung, wenn ich bei Lieferanten bestelle: Dass ich eben nicht im Lager kleine Packungen in große Behälter umfülle, das wäre nicht Sinn und Zweck der Sache. Insofern haben wir überwiegend 25 kg Säcke, meist recycelbare Pappsäcke. Bei manchen Produkten ist innen noch eine zusätzliche Folie, weil sie sonst verklumpen könnten. Bei Salz, Zucker oder Müslis ist das zum Beispiel der Fall. Ja, die Größe ist einfach Bedingung, wenn wir nach Produkten gucken, die wir dann in großen Mengen kaufen können.

André: Trotz Sonne sind es hier gefühlt angenehme 20°C – obwohl es draußen wesentlich wärmer ist. Muss man da irgendetwas beachten, was Deine Lebensmittel anbelangt? Brauchen sie zum Beispiel eine spezielle Kühlung, wenn es noch wärmer werden sollte?

Wiebke: Das warte ich jetzt einfach mal ab. In der Theorie ist es so, dass die meisten Produkte total unbehelligt davon bleiben, ob es jetzt 18°C oder 20°C sind. Unser Lager ist tatsächlich sehr gut gelegen, da ist es relativ kühl und hier vorne bleiben die Produkte nicht allzu lange im Spender, da ist der Durchlauf schnell genug. Zum Thema Nüsse: Die müssen zügig verbraucht werden. Das ist aber auch das, was am meisten gekauft wird. Demnach ist das auch kein Problem. Eine Kühlung im Lager haben wir im Moment noch nicht, aber das ist bisher auch nicht erforderlich. Wir warten erstmal den Sommer ab. Zwischendurch müssen wir „probenaschen“ und zum Beispiel Walnüsse und Erdnüsse testen und probieren, ob sie noch schmecken.

André: Am Tresen hast Du solche netten Stempelkarten für Kaffee liegen. Das ist ja auch großartig für mich geeignet: Was bekomme ich denn, wenn die Karte voll ist?

Wiebke: Das ist im Grunde so, wie man es vom Bäcker kennt. Wenn man eben hier ein Käffchen getrunken oder sich irgendein Getränk, wie einen Kakao oder Tee mitgenommen hat, kriegt man einen Stempel. Wenn man dann zwölf voll hat, kriegt man ein Getränk von uns geschenkt. Heute habe ich eingeführt, dass man auch einen Stempel bekommt, wenn man Kaffeebohnen kauft. (Beide lachen) Dann kriegt man auch irgendwann einen Kaffee.

André: Ja, super. Wir sitzen zwar gerade gemütlich bei Dir im Laden, aber draußen steht – auch, wenn Du geschlossen hast – noch ein Tisch. Heißt das, wenn ich durch die Straße schlendere, kann ich einfach bei Dir einen frisch gerösteten Kaffee trinken?

Wiebke: Ja genau, das wünsche ich mir auch, dass es einen kleinen Kaffeebetrieb nebenbei gibt. Das bringt mir nicht nur Spaß, sondern ich finde es auch schön, wenn Leute hier verweilen und nicht nur einfach Lebensmittel kaufen. Das Ganze soll auch ein bisschen als Aufenthaltsort genutzt werden.

André: Hinten hast Du eine Küche. Bereitet Ihr dort dann den Kuchen vor, von dem Du schon erzählt hattest? So dass man zum Kaffee auch ein leckeres Stück Kuchen essen kann?

Wiebke: Jawohl, den Kuchen sollte es eigentlich jeden Tag geben. Soweit wir das zeitlich schaffen. Das ist meistens auch der Fall. Wir haben Heißgetränke, für den Sommer auch Eiskaffee und Eistee. Ab und an gibt es tatsächlich auch mal einen Salat in einem Glas. Den bekomme ich von Lars vom Vegatables unten, also die Fleischhauerstraße weiter runter. Das ist aber noch im Test derzeit, etwas, das wir erstmal ausprobieren. Der Salat ist übrigens auch zum Mitnehmen, da er in tollen Gläsern ist, die man auch verschließen kann.

André: Das ist ja alles sehr gesund usw., was wahrscheinlich auch Deine Lebensphilosophie ist. Lebst Du selbst sehr gesund und ernährst Dich gerne besonders ausgewogen?

Lose Gewürze im Regal

Wiebke: Also, ich denke, ich bin nicht zu dogmatisch. Ich esse auf jeden Fall auch etwas, wonach mir gerade die Nase steht. Aber ich glaube schon, dass ich darauf achte, dass ich mich recht ausgewogen ernähre und vor allem mit vielen frischen Sachen. Ich koche überwiegend selber bei mir zuhause. Ich ernähre mich seit meinem 10. oder 11. Lebensjahr vegetarisch. Da bin ich der Meinung, dass man kein Pommes-Vegetarier sein kann. Irgendwann knacken einem sonst die Knochen durch, wenn man nicht mehr genügend Nährstoffe hat. Also muss man automatisch ein bisschen darauf achten, was man isst und so bin ich auch aufgewachsen. Es fühlt sich für mich gar nicht so an, als würde ich mich besonders gesund ernähren, sondern ich esse halt, wie ich esse.

André: Du hast ja heute Morgen um 9.00 Uhr angefangen und hast nicht mal das Stück Kuchen aufgegessen, das vor Dir liegt. (Wiebke lacht kurz und sagt „Psssst“) Und ich glaube Du erwähntest vorhin, dass der Kuchen das einzige ist, das Du heute gegessen hast, oder?

Wiebke: Heute war aber auch ein spezieller Tag. Er fing mit vielen Kunden an und das hörte einfach nicht auf. Das gibt es natürlich auch ab und zu mal. Normalerweise, ich bin ja hier an der Müsliquelle, gibt es morgens eine Banane mit Joghurt und Müsli oder Erdbeeren. Ich kaufe unendlich viele Erdbeeren und dann wird auch ordentlich gefrühstückt.

André: Betreibst Du den Laden hier sechs Tage die Woche komplett alleine?

Wiebke: Ich versuche es irgendwie. Aber eigentlich habe ich eine Mitarbeiterin, an die ich auch gut und gerne mal einen Tag abgeben kann. Das lerne ich jetzt gerade noch. Ich bin eben Inhaberin und das ist mein Baby (schmunzelt). Ich lerne gerade so etwas abzugeben, weil doch viel liegen bleibt. Das ist ja auch anstrengend: Wir haben lange Öffnungszeiten, das hält man nicht lange durch, ständig hier zu stehen, auch wenn es Spaß macht. Zwei, zweieinhalb Tage können wir uns im Grunde genommen teilen oder ich kann dann eben nach Hause fahren und Gerlinde, meine Mitarbeiterin, macht den Rest der Schicht.

André: Das knüpft jetzt eigentlich schon an meine nächste Frage an: Mit welchen Herausforderungen hast Du Dich in nächster Zeit zu beschäftigen?

Wiebke: Also auf jeden Fall immer präsent ist der bürokratische Teil. Ich habe einen Kredit aufgenommen, dann hatten wir die Crowdfunding-Kampagne, dann müssen die monatlichen Umsatzsteuerabrechnungen gemacht werden und so weiter. Und Bestellungen, das ist immer noch eine Herausforderung, da eine Routine reinzukriegen, das ist glaube ich die meiste Arbeit im Moment, weil es alles noch sehr lange dauert oder ich immer noch Rückfragen habe. Da muss ich einfach noch viel lernen, weil ich eben aus anderen Bereichen komme und mich da erst reinfuchsen muss.

André: Du hattest gerade Crowd kurz angesprochen. Für alle, die auch liebäugeln, sich mit Crowdfunding zu beschäftigen: Kannst Du da ein paar Tipps geben? Ihr hattet glaube ich eine Summe von 15.000 Euro und die habt Ihr sogar überschritten (Wiebke sagt: Ja genau). Habt Ihr da speziell nochmal die Werbetrommel gerührt oder wie habt Ihr das zusammenbekommen? Ich weiß von diversen Projekten, die ich mir mal angesehen habe, die solch eine Summe nicht erreichen. Was war ausschlaggebend für Euch? Habt Ihr Werbung im Freundeskreis gemacht?

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Wiebke: Ja auch, klar. Ich glaube, das war eine gute Mischung aus ganz verschiedenen Faktoren. Ganz viele Leute scheinen auf dieses Thema gewartet zu haben. Denn es kamen hinterher viele Leute auf mich zu und haben gesagt, dass sie sich so einen Laden für Lübeck gewünscht haben. Viele haben mich daher sehr gerne unterstützt. Hilfreich war natürlich auch mein Hintergrund mit dem Café Affenbrot. Dort bin ich seit vier, fünf Jahren bekannt, hatte die Kundschaft vor mir sitzen und da natürlich ordentlich die Werbetrommel gerührt. In meinem relativ großen Freundeskreis ging es natürlich auch rum und vielleicht haben wir es auch einfach nett aufgezogen. Das Video hat extrem viel Zeit gekostet. Und viele Nerven! Vielleicht hat ja auch meine Ausbildung noch ein bisschen was gebracht. (Beide lachen) Als Tipp: Ich glaube, es ist einfach wichtig, ein vernünftiges Video zu haben und nicht nur mit der Handykamera drauf los zu filmen. Es muss schon einigermaßen professionell aussehen, man muss sich einen Text überlegen und transportieren, was einem wichtig ist. Nur ein bisschen was erzählen, das langt halt nicht!

André: Na, das ist Dir ja auf jeden Fall gelungen.

Wiebke: Ja, anscheinend ja.

André: Wenn Du die nächsten Monate oder Wochen betrachtest, was planst Du jetzt? Gibt es irgendetwas, wo Du sagst: Ja okay, das ist mein nächstes Projekt, das gehe ich jetzt an?

Wiebke: Tatsächlich, der Ausbau ist nie zu Ende. Wir sind immer noch dabei. Genauso überlegen wir immer noch, was wir an Produkten ins Sortiment aufnehmen können. Uns fehlen weiterhin ein paar Utensilien aus dem Non-Food-Bereich. Ich möchte noch viel mehr praktische Sachen hier vor Ort haben, die zum Thema passen. Seien es Edelstahlbrotdosen, Bücher, irgendwelche coolen Trinkflaschen, also alles für den alltäglichen Gebrauch. Worauf ich etwas weiter in der Zukunft auch total Lust habe, sind Vorträge und Veranstaltungen, so dass man das ganze Thema hinter dem Konzept ein bisschen aufarbeitet. Nicht einfach nur auf eine bestimmte Art und Weise kaufen, sondern sich mit dem Thema Nachhaltigkeit ausführlich auseinandersetzen und somit auch Leute zusammenzuführen.

André: Wir haben jetzt die heißen Monate, mit dem heißem Wetter kommt auch das Ungeziefer. Kannst Du da irgendwelche Tipps geben, wie Du das hier im Laden angehst?

Lebensmittel in Trockensäcken im Lager

Wiebke: Also, man muss sich natürlich im Vorfeld gut darauf vorbereiten: Was ist, wenn und wie kann ich vorbeugen? Das ist nicht nur nett für die Kunden und für mich, sondern ich muss es auch machen, denn das Gesundheitsamt hat da strenge Regeln und Auflagen. Einerseits haben wir daher diese speziellen Behälter (zeigt auf die Wand hinter mir), die auch aus dem Lebensmittelbereich kommen. Die sind in sich geschlossen, außer man öffnet vorne die Klappe, wenn man etwas abfüllt. Ansonsten kommt da nichts rein und nichts raus. Wir achten auf die Befüllung im Lager, dass da alles sauber abläuft, dass immer neue Schaufeln und Schütten benutzt werden, dass Produkte nicht untereinander gemischt werden, dass die Säcke immer sehr gut verschlossen sind. Die werden also nicht einfach nur zusammengeknüllt und ins Regal gelegt, sondern sie müssen komplett abgeschlossen sein, mit Klammern und Wickeltechniken und so weiter. Kühl lagern und sauber halten ist ein ganz wichtiger Punkt. Das ist genau das gleiche wie zuhause: Man sollte auch nicht irgendwas ins verstaubte Regal oder neben Spinnweben stellen, wie Mehlbehälter zum Beispiel. Da muss man dann natürlich damit rechnen, dass da irgendwann Spinneneier drin sind. Man muss einfach sauber arbeiten.

André: Du machst mir einen sehr sympathischen, fröhlichen Eindruck, lächelst die ganze Zeit. Was schätzen Kunden an Dir? Gibt es irgendwas, das Dich auszeichnet oder kannst Du von Dir selbst sagen, was Dich ausmacht? Was sagen Freunde über Dich?

Wiebke: Wahrscheinlich, dass ich gut zuhören kann. Man kriegt auf jeden Fall viel erzählt über den Tag hier (lacht). Darüber hinaus glaube ich, dass ich relativ verantwortungsbewusst bin und schon immer war. Ich hoffe, dass ich nie über andere hinweg entscheide, aber ich übernehme gerne Verantwortung, das passt eben auch zu dem Konzept. Wenn ich nachhaltig arbeiten und leben möchte, dann ist das verantwortungsvoll. Irgendwie habe ich das im Blut, das war mir schon immer wichtig.

André: Okay, wir kommen langsam zum Schluss. Gibt es etwas, das Du Deinen Kunden abschließend noch sagen möchtest?

Wiebke: Ich freue mich auf jeden Fall immer über Resonanz, sowohl Positives als auch Negatives. Wir sind da total offen, weil es einfach den Laden weiterbringt, wenn Leuten auch etwas Schlechtes auffällt. Das wollen wir uns auch gerne anhören und werden darauf reagieren. Ich freue mich darüber, wenn es tatsächlich irgendwann eine Art Bewegung gibt oder vielleicht gibt es die schon. Vielleicht können wir die hier zusammenführen. Ich wünsche mir, dass es nicht einfach nur dieser kleine Laden ist, sondern dass es so eine Art Gemeinschaft drum herum gibt und dass wir die Leute kennenlernen, die zu uns kommen. Ja, wenn Leute Lust haben, etwas zu starten, dann – sagen wir mal in naher Zukunft, wenn wir hier alles geregelt haben – sind wir da auf jeden Fall dabei und machen mit.

Eine Kundin kommt durch die noch nicht verschlossene Tür. Wir begrüßen sie freundlich. Wiebke flüstert, dass sie leider schon geschlossen haben. Die Kundin sagt „Okay“ und verlässt den Laden wieder. André meint: Die Tür war nicht verschlossen und eine Kundin kommt rein – das ist ja nicht das schlechteste. Wiebke erklärt, dass die Kunden eben immer weiterkaufen wollen und André erwidert: Ja, gut für Dich!

André: Dann haben wir auch alles durch. Natürlich hätte ich noch weitere Fragen, aber dafür hast Du ja auch noch eine Facebook Seite, die man unter unverpackt-Lübeck finden kann. Und über die Webseite kann man Dir sicherlich auch eine E-Mail oder Sonstiges zukommen lassen. Oder man schaut einfach bei Dir im Laden vorbei. Ja, dann danke ich Dir für das schöne Interview und wünsche Dir viele neue, interessierte Kunden und jetzt schon mal einen schönen Sommer.

Wiebke: Danke, danke für das tolle Interview und dass Du da warst. Danke!

André: Ich danke auch!

Unverpackt Lübeck Webseite

Frisch gemahlener Kaffee

  • Gesundes Fast Food im schlottmann´s

    Fast Food muss nicht zwingend triefen vor Fett und ungesund sein. Dies beweist das gesunde Fast Food Restaurant schlottmann´s in Lübeck. Inhaberin Daniela Assmann-Kempke betreibt am Klingenberg ein Fast Food Restaurant, bei dem die Kartoffel im Zentrum des kulinarischen Interesses steht.

    Der besondere Clou: Du kannst auf Grundlage verschiedener Kartoffelvariationen Dein Essen selbst zusammenstellen. Fast Food und gesund essen: Das schlottmann´s beweist: Es geht wirklich und ist dazu noch sehr lecker!

    Gesundes Fast Food

  • Niederegger – Marzipan-Tradition seit mehr als 200 Jahren

    Niederegger in Lübeck gilt städteübergreifend als echte Institution, wenn es um edle Süßwaren und ganz speziell um Marzipan geht. Das Geschäft kann auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurückblicken. Wenn Du ein Fan der süßen Leckerei bist, hast Du bestimmt schon einmal etwas vom berühmten Niederegger Marzipan gehört, das und vieles mehr findest Du im Stammhaus in der Breite Strasse in Lübeck. Wenn Du vor Ort bist probiere die Marzipan-Nusstorte, die ist eine wahre Gaumenfreude.

    Lübecker Marzipan

  • Individuelle Sprachkurse in der Royal School of Languages

    Sprache lebendig erleben und lernen, das ist das Credo der Royal School of Languages, die im Jahr 1996 gegründet wurde. In der Royal School of Languages kannst Du verschiedene Sprachen in unterschiedlichen Kursen lernen. Auf Wunsch kannst Du Deinen Sprachkurs mit einem IHK-Abschluss und einem wertvollen Sprachzertifikat abschließen, damit steht Dir die Tür zur weiten Welt noch offener.

    Sprachschule

  • Daphne und Josephine – Mode im Vintage-Look

    „Daphne und Josephine“ – so lautet der Name des Modegeschäftes in der Hüxstraße in Lübeck, das von Claus Kettner und seiner Frau geführt wird. Die beiden bieten Bekleidung im Stile der 1940er und 1950er Jahre an – top-angesagter Vintage-Look . Hier kannst Du auch Maßanfertigungen in Auftrag geben – auf Wunsch auch ganz im Zeichen des geschäftseigenen Mode-Labels Brilliant Thieves. Hier erhältst Du eine erstklassige Beratung und einen tollen Service.

    Vintage Kleidung

  • Mehr als nur Kaffee im Kaffeehaus

    Du bist auf der Suche nach einem besonderen „Leckerli“ für Dich oder möchtest Deinen Partner bzw. Deine Partnerin mit einem besonderen Kaffee verwöhnen? Dann statte dem Kaffeehaus in der Lübecker Altstadt mal einen Besuch ab. Hier erwarten Dich erlesene süße Versuchungen, garantiert selbstgemacht und aus regionalen Zutaten hergestellt. Ob nun Pralinen oder handgemachte Schokolade: Neben einem leckeren Kaffee und Kuchen findet das Süßigkeiten-Herz hier alles, was es begehrt.

    Kaffeehaus Lübeck

  • natursteinwolf: Die wunderbare Welt der Natursteine

    Du bist auf der Suche nach maßgeschneiderten Natursteinen, um ein individuelles Projekt zu verwirklichen? Du wirst erstaunt sein, welche Auswahl natursteinwolf für Dich bereithält – ob Du nun Deine Terrasse neu verlegen möchtest oder auf der Suche nach der richtigen Inspiration für die Arbeitsplatten in Deiner Küche bist. Natursteine sind zeitlos und stechen Imitate in Sachen Qualität und Langlebigkeit bei weitem aus. Überzeug Dich doch selbst einmal davon und besuche den Showroom des Unternehmens natursteinwolf in der Travemünder Allee 34 in der schönen Hansestadt Lübeck.

    natursteinwolf – die natursteinmanufaktur

  • Schiffergesellschaft zu Lübeck

    Die Schiffergesellschaft in der Breite Straße 2 ist nicht nur ein lübeckischer Verein der Schiffsbevölkerung, sondern auch ein Restaurant, das früher der Treffpunkt und gewissermaßen das „Headquarter“ dieser Vereinigung war. Bis heute finden Gäste und Besucher der Hansestadt hier einen Abriss der letzten 600 Jahre der Schiffergesellschaft – und darüber hinaus leckere kulinarische Beispiele der Lübecker Küche.

    Restaurant Schiffergesellschaft

  • Volker Hinzke GmbH – Druckerei in Lübeck

    Du brauchst ansprechende Werbung für Dein Unternehmen? Du suchst einen regionalen Anbieter für Druckerzeugnisse? Die Druckerei Volker Hinzke GmbH mit Sitz in der Kanalstraße bietet ein breites Angebot aus Standard- bis hin zu Individualprodukten. Die Preise sind angelehnt an die üblichen Preise, die man sonst im Netz finden kann. Dies wird durch die Zusammenarbeit im Verbund gewährleistet. Das schöne ist wenn Du in Deiner Stadt Lübeck drucken lässt, Du kannst jederzeit persönlich vorbeigehen um kurz Rücksprache zu halten!

    Volker Hinzke GmbH

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