Geschichte von Lübeck zu Zeiten der Hanse

Geschichte Hansestadt Lübeck

Neben Lübeck tragen unter anderem auch die Städte Bremen, Rostock und Hamburg die Bezeichnung „Hansestadt“ in ihrem Stadtnamen. Doch was bedeutet der Begriff „Hansestadt“ eigentlich und wie und wann entstand die Hanse?

Kurzzusammenfassung für Schnellleser

Bereits im Mittelalter war der Fernhandel eine Goldgrube für Kaufleute. Äußerst erfolgreich war die Hanse – ein Bündnis aus Kaufmannsverbänden und Städten, das vor etwa 700 Jahren gegründet wurde. Ziel des Hansebundes war eine Vereinfachung des Handels zwischen den einzelnen Hansestädten. In Zeiten des Mittelalters erschwerten verschiedene Maßeinheiten, Währungen und Zölle den Fernhandel.

Zeitweise existierten etwa 200 kleine und große Hansestädte in Mittel- und Nordeuropa. Die bedeutendsten Hansestädte verfügten über einen großen Hafen oder befanden sich an wichtigen Handelswegen. Die Handelsstützpunkte der Hanse reichten bis weit in den Süden hinein. Sogar im italienischen Venedig waren Hansekaufleute gern gesehene Gäste.

Die Kaufleute mussten auf ihren weiten Handelsreisen immer wieder mit Gefahren rechnen. Ein weit verbreitetes Übel stellten Überfälle zu Wasser und zu Land dar. Seeräuber, wie etwa der berühmte Störtebeker, machten Handelsreisenden große Sorgen. Daher arbeiteten die Hansestädte auch militärisch zusammen, um ihren Wohlstand zu schützen. Die Hanseflotte führte im 14. Jahrhundert einen echten Krieg gegen die Piraten der Ost- und Nordsee.

Das Ende der Blütezeit erreichte der hanseatische Städtebund Mitte des 17. Jahrhunderts. So blieben von den vielen freien Reichsstädten, die einst Teil der Hanse waren, nur noch wenige übrig, darunter Bremen, Hamburg und Lübeck. Bis heute weisen die Autokennzeichen der drei Städte durch ein vorangestelltes „H“ für Hansestadt auf den mittelalterlichen Städtebund hin.

Zusammenschluss als Handelshanse zur Städtehanse

Geschichte der Hanse

Grundsätzlich war die Hanse kein Städtebund im engeren Sinn mit einer politischen Zielsetzung. Vielmehr war sie als eine Art Fusion von Fernkaufleuten zu verstehen, sodass die Hanse ausschließlich finanzielle bzw. wirtschaftliche Ziele im Sinn hatte.

Die Hanse vollzog unter der Vorherrschaft des im Jahr 1159 gegründeten Lübeck im Jahr 1356 den Aufstieg von einem relativ unverbindlichen Zusammenschluss als Handelshanse zur Städtehanse. Der Hanse gehörten zu ihrer Hochzeit während des 14. und 15. Jahrhunderts rund 200 Städte an, die sich zum Teil im Binnenland befanden. Die bedeutendsten Hansestädte lagen jedoch vor allem an der Ostsee, zum Teil auch an der Nordsee und verfügten über einen Hafen.

Die Pionierstellung der Hanse im Ost- und Nordseeraum wurde im 15. Jahrhundert durch holländische und englische Kaufleute gebrochen. Dies läutete den schleichenden Untergang der Hanse als Wirtschaftsmacht ein, obgleich sie offiziell noch bis ins 17. Jahrhundert hinein bestand.

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Bedeutung der Hanse

Bei der Deutschen Hanse handelt es sich um eine einzigartige Verbindung in der Geschichte des Mittelalters. Nieder- und westdeutsche Fernkaufleute riefen die genossenschaftliche Vereinigung ins Leben. Diese konnte vom 12. bis 14. Jahrhundert die Regionen der Ostsee und der Nordsee als Handelsraum beherrschen. Während ihrer Blütezeit zählte die Hanse etwa 200 Binnen- und Hafenstädte zwischen Nowgorod im Osten, Bergen im Norden und Brügge und London im Westen.

Unterschiede zwischen Städtebund und Hanse

Trotz aller Parallelen lässt sich die Hanse nicht als Städtebund bezeichnen, wie er beispielsweise in Deutschland in Form des Rheinischen oder Schwäbischen Städtebundes existierte. Im Gegensatz zu Städtebünden verfolgte die Hanse unterschiedliche Interessen und Ziele.

Städtebünde

Städtebünde verfolgten fast ausschließlich politische Ziele. Der bereits erwähnte Schwäbische Städtebund wurde vor allem für eine Etablierung des Landfriedens sowie der Sicherung der Unabhängigkeit der verbündeten Städte durch den deutschen Kaiser gegründet.

Hanse

Die Hanse verfolgte hingegen rein finanzielle bzw. wirtschaftliche Ziele. So schützte sie ihre Kaufleute in fremden Ländern vor Willkür und Ungesetzmäßigkeiten. Zudem war es ihr Bestreben, die bereits existierenden Handelsverbindungen sukzessive auszudehnen. Nichtsdestotrotz konnte die Hanse auch auf ein beachtliches militärisches Potenzial und beeindruckendes politisches Gewicht blicken. Sofern es im Sinne der Handelsinteressen war, führte die Hanse auch Kriege, beispielsweise gegen den König von Dänemark, Waldemar IV.

Dieser bestritt die Privilegien der Hanse und eroberte die Ostseeinsel Gotland inklusive der Hansestadt Visby. Nachdem die Hanse den dänischen König vernichtend geschlagen hatte, nötigte sie ihn im Jahr 1370 zum sogenannten Frieden von Stralsund. Dieser festigte dauerhaft die Machtposition der Hanse in ihrem Handelsraum. Trotz verschiedener militärischer Aktionen unterhielt die Hanse während ihrer gesamten Geschichte jedoch niemals eine eigene Flotte oder ein Heer.

Gründung Hanse

Gründung und Entwicklung der Hanse im Detail

Ursprünglich wurden die Fahrgemeinschaften der damaligen Kaufleute für einzelne Handelsreisende als Hansen bezeichnet. Der Impuls zur Gründung der Hanse lässt sich auf das Jahr 1160 im Ostseeraum zurückverfolgen. Deutsche Fernkaufleute, die immer wieder Gotland einen Besuch abstatteten, schlossen sich zu einer Handelshanse, also einer Art Fahrgemeinschaft, zusammen. Neben den Kaufleuten älterer Nordseestädte, wie Hamburg oder Bremen, traten ihr auch bald Kaufleute aus den neu gegründeten Städten an der Ostsee bei. Es handelte sich hierbei unter anderem um die Städte Riga, Wismar, Stralsund, Danzig, Rostock und Lübeck.

Die Hanse erweitert ihr Imperium

Um das Jahr 1280 begann in Norddeutschland die Ära der Hanse, eine wirtschaftliche Blütezeit für die gesamte Region. Aus einer losen Interessengemeinschaft von Kaufleuten entwickelte sich ein Städtebund, der über mehrere Jahrhunderte hinweg große Bedeutung für die Wirtschaft in Deutschland haben sollte. Unter der Führung von Lübecker Händlern entstand aus dieser losen Interessengemeinschaft ein Netzwerk an Wirtschaftsverbindungen zwischen Handelsstädten im Binnenland und Hafenstädten an der Ost- und Nordsee. Ein konkretes Gründungsdatum für die Hanse lässt sich zwar nicht benennen, der Begriff „Hanse“ für den Städtebund wurde jedoch erstmals um das Jahr 1282 von deutschen Kaufleuten, die in England arbeiteten, verwendet.

Der Hanse gehörten zu ihrer Blütezeit rund 200 Städte im Ost- und Nordseeraum an. Die Hanse erstreckte sich von Rostock, Hamburg, Bremen und Lübeck über Danzig und Königsberg bis hin zu Städten und Gemeinden im Binnenland wie etwa Uelzen oder Hameln. Meistens flossen die Warenströme über die Ostsee. Getreide, Felle, Holz sowie andere Rohstoffe gelangten nach Westeuropa, fertige Produkte wie etwa Wein an die östliche Ostseeküste. Die Hanse wurde durch ihr hohes Handelsaufkommen schnell zu einer wirtschaftlichen Großmacht. Ihr Netz an Handelswegen erstreckte sich im 16. Jahrhundert von Skandinavien bis nach Süditalien und von Portugal bis nach Russland.

Die Kogge als Markenzeichen der Hanse

Die Kogge als Markenzeichen der Hanse

Die typischen Handelsschiffe der Hansen waren die Koggen. Diese geräumigen, bauchigen und schnell anzufertigenden Schiffe transportierten die Waren von einem Ort zum anderen. Die Kogge wurde von einem einzigen Mast, der über ein Rechtecksegel verfügte, angetrieben. Entsprechend langsam bewegten sich die Schiffe, die beinahe immer in Sichtweite der Küsten segelten, fort. Die Seeleute waren auf günstige Winde angewiesen, denn Koggen konnten aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht gegen den Wind kreuzen. Die Koggen waren in der Lage, rund 160 Tonnen Fracht zu transportieren. Eine Kogge war im Durchschnitt sieben Meter breit und 30 Meter lang und hatte einen Tiefgang von drei Metern. Trotz der Tatsache, dass sie nur über ein Segel verfügte, war sie vergleichsweise wendig und schaffte bei gutem Wind etwa vier bis fünf Meilen pro Stunde.

Die Arbeit an Bord der Koggen galt als hart und es herrschte eine strenge Hierarchie. Die gestandenen Seeleute hatten Decksknechte unter sich, gewissermaßen „Mädchen für alles“, die alle Aufgaben erledigen mussten, für die sich die Seeleute zu schade waren.

Die Hanse bringt eine Zweiklassengesellschaft mit sich

Profiteure des aufblühenden Fernhandels waren die Kaufleute in den Hafenstädten. Sie konnten große Reichtümer anhäufen. Unterdessen mussten in den Häfen Tagelöhner arbeiten, die oftmals unter erbärmlichen Verhältnissen in primitiven Behausungen leben mussten. Einzige Lichtquellen waren dort ein Loch im Dach sowie offenes Feuer. Viele Tagelöhner der damaligen Zeit mussten hart um ihr Überleben kämpfen.

Lübeck als Tor zur Ostsee

Lübeck galt aufgrund seines direkten Zugangs zur Ostsee zeitweise als einer der Hauptorte der Hanse und wurde als „Tor zum Ostseehandel“ bezeichnet. Seeleute, Reeder, Kaufmänner und andere Bürger der Stadt genossen größtes Ansehen.

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts wurden im Lübecker Rathaus viele Ratsversammlungen abgehalten. An diesen so genannten Hansetagen nahmen rund 70 Hansestädte teil. Weiteres Gewicht gewann Lübeck aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Hamburg. Die Warenströme aus Hamburg für den Ostseeraum flossen über Lübeck ein. Auf der Nordsee hingegen setzte Hamburg eigene Schiffe ein.

Die Städte wachsen durch die Hanse

Die Städte der damaligen Zeit profitierten vom Handel der Hanse nicht nur in Form von Geld, sondern ließen sich auch mehr und mehr mit Gütern des täglichen Lebens vom Fernhandel versorgen. Die Fuhrwerke und Schiffe der Hanse brachten Textilien und Felle, jedoch auch Lebensmittel verschiedener Art, auf welche die Bevölkerung der wachsenden Städte angewiesen war. So gehörten zur typischen Ladung der Hansekoggen Fisch und Getreide ebenso wie Salz, gepökeltes Fleisch, Butter, Bier und Wein. Die Ladung der Koggen wurde tonnenweise von Hand an Bord und wieder zurück an Land gebracht.

Seeräuber zu Zeiten der Hanse

Seeräuber als große Gefahr für die Hanseschiffe

Die größten Gefahren für die Handelsschiffe auf den Meeren waren nicht nur die Naturgewalten, sondern auch Piraten. Diese lauerten auf Ost- und Nordsee, bis sie eine Hansekogge entdeckten. So waren die Koggen immer wieder Plünderungen durch Piraten ausgeliefert.

Die Seeräuber der damaligen Zeit waren jedoch nicht nur Kriminelle und Gesindel, sondern auch verarmte Adelige schlugen vermehrt eine Karriere als Seeräuber ein. Im 14. Jahrhundert wurden die Piraten sogar zu einer eigenen Kriegspartei, die mit Kaperbriefen durch die Mecklenburgischen Herzöge im Thronstreit mit Dänemark ausgestattet waren.

Die Vitalienbrüder zählten zu den berühmtesten Seeräubern der damaligen Zeit. Sie wurden auch Likedeeler genannt, was übersetzt bedeutet, dass sie ihre Beute gleichmäßig unter sich aufteilten. Im Gegensatz zur strengen Hierarchie, die im damaligen Mittelalter herrschte, bildeten sie eine Bruderschaft mit gleichen Rechten. Auch der legendäre Pirat Klaus Störtebeker zählte zu den Likedeelern.

Lange Zeit sah sich die Hanse wehrlos den Seeräubern ausgeliefert. Im April 1400 sollte sich dies jedoch ändern. Die damaligen Hansestädte vereinten sich im Kampf gegen die Piraterie. Elf Koggen mit 950 bewaffneten Mann an Bord liefen von Hamburg aus, um den Vitalienbrüdern ein für alle Mal den Garaus zu machen – erfolgreich. Ein Jahr später gelang es den Hamburgern, auch den berühmten Piraten Klaus Störtebeker, der kurze Zeit später in Hamburg hingerichtet wurde, gefangen zu nehmen und die Seeräuberei der damaligen Zeit entscheidend zu schwächen.

Der schrittweise Niedergang der Hanse

Das Bündnis der Hanse verlor in den weiteren Jahrhunderten immer mehr an Einfluss. Kaufleute aus dem Ausland konnten erfolgreich in den Handel einsteigen und verschiedene nationale Interessen standen dem internationalen Zusammenschluss der Hanse entgegen. Der Hansetag im Jahr 1669 war somit der letzte des alten Hansebundes – mit lediglich neun Teilnehmern.

Der Beginn einer neuen Hanse

Im Jahr 1980 wurde in Zwolle (Niederlande) die Hanse der Neuzeit gegründet. Dieser Bund versteht sich als Zusammenschluss, der die Traditionen der alten Hanse weiterleben lassen möchte. Im Jahr 2016 zählte der neue Hansebund 187 Städte in 16 Ländern, die meisten davon in Deutschland. Der Hansetag wird seitdem Jahr für Jahr in einer der Mitgliedsstädte veranstaltet. Ziel der neuen Hanse ist ein Austausch zwischen den teilnehmenden Städten auf sozialem, wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet sowie eine Stärkung der Handels- und Wirtschaftskontakte der beteiligten Städte.

Die Bedeutung von Lübeck für die Hanse

Lübeck, das als Tor Mittel- und Westeuropas zum Ostseehandel, zum Baltikum und nach Skandinavien galt, blühte schnell auf und wurde zum Kopf der Hanse. Bis zum Ende des Bundes konnte die Stadt ihre führende Stellung halten – unter anderem bedingt durch die günstige Lage zwischen Ost- und Nordsee und der hiermit verbundenen wirtschaftlichen Bedeutung.

Lübeck als Königin der Hanse

Lübeck als „Königin der Hanse“

Der erste Hauptort der Hanse war Visby im 14. Jahrhundert. Nachdem diese Stadt durch den dänischen König Waldemar IV. erobert wurde, kam Lübeck die Ehre zu, der neue Hauptort der Hanse zu werden. Entsprechend wurde die Stadt als „Königin der Hanse“ bezeichnet. In der Folgezeit war Lübeck teilweise wichtigste Handelsstadt im gesamten Norden Europas. Im Jahr 1340 erhielt Lübeck durch den Kaiser Ludwig den Bayern das Goldmünzrecht. Im Jahr 1356 wurde der erste allgemeine Hansetag in Lübeck abgehalten. Den Höhepunkt seiner wirtschaftlichen Bedeutung und Macht im Ostseeraum erreichte Lübeck durch den Frieden von Stralsund.

Lübeck war im 14. Jahrhundert neben Magdeburg und Köln eine der größten Städte Deutschlands. Die Stadt arbeitete vor allem mit Hamburg sehr eng zusammen. Während sich der Seeverkehr Lübecks in den Ostseeraum und nach Skandinavien orientierte, deckte Hamburg vor allem Westeuropa und den Nordseeraum ab. Aus politischer Sicht war der Einfluss von Lübeck auch in London und Brügge von zentraler Bedeutung für die gesamte Entwicklung des Handels der Hanse. Zwischen diesen beiden Hansestädten fand der Handelsverkehr überwiegend über Land, zum Beispiel über die Alte Salzstraße, statt. Das Salz aus Lüneburg, das als eines der wichtigsten Exportgüter Lübecks galt, wurde in Richtung Osten und Norden exportiert. Das Salz war für den Ostseeraum zur Konservierung von Fisch sehr wichtig.

Die Salzspeicher der Hansestadt Lübeck

Entsprechend der großen Bedeutung von Lübeck für die Hanse ist es nachvollziehbar, weshalb viele Hansetage in der Stadt an der Trave stattfanden, so auch der letzte allgemeine Hansetag im Jahr 1669, bei dem jedoch lediglich noch Vertreter von sechs Städten erschienen.

Doch auch nach dem Niedergang der Hanse blieb eine enge Verbundenheit zwischen Bremen, Hamburg und Lübeck bis ins Jahr 1920 bestehen. Ihre Selbstständigkeit nach mehr als 700 Jahren verlor die Hansestadt Lübeck dann unter dem nationalsozialistischen Regime im Jahr 1937. Bis heute blieben Bemühungen, Lübeck nach dem Krieg seine Selbstständigkeit zurückzugeben – ähnlich wie es bei Bremen und Hamburg, die zu Bundesländern wurden, geschah – allesamt erfolglos.

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Die Hansetage der Hanse

Während der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts intensivierten die Städte der Hanse ihre Zusammenarbeit und formten eine festere Organisation. Ein zentrales Organ der damaligen Hanse war der Hansetag. An diesem nahmen die abgeordneten Ratsherren der Hansestädte teil. Auf den Hansetagen wurden anstehende Probleme erörtert und gemeinsame Beschlüsse gefasst. In der Regel verschickte Lübeck gemeinsam mit anderen Städten der Hanse, wie Rostock, Stralsund, Wismar, Lüneburg und Hamburg Einladungsschreiben. In diesen wurden neben dem Termin auch genaue Beschreibungen der zu entscheidenden Angelegenheiten aufgeführt. Zugleich enthielten die Einladungsschreiben auch die Aufforderung an die Städte, Vertreter auf den Hansetag zu entsenden.

Der Hansetag galt als höchstes Beschluss-Gremium der Hanse. Aufgrund seiner zentralen Lage zu den anderen Hansestädten fanden in Lübeck 43 von 67 Hansetagen im Zeitraum zwischen 1356 und 1407 statt. So kam dem Bürgermeister der Stadt Lübeck oftmals die Ehre zu, die Verhandlung zu leiten und den Sprechern das Wort zu erteilen. Alle damaligen Beschlüsse mussten einstimmig entschieden werden, was bei zum Teil 50 teilnehmenden Städten mit verschiedenen wirtschaftlichen Interessen außerordentlich schwierig sein konnte.

Ebenso schwierig waren die langen Entscheidungswege. So konnten zahlreiche Beschlüsse erst mit großer Verzögerung gefasst werden. Die Beschlüsse der Handelstage wurden am Ende erst durch Verlesung auf den Gemeindeversammlungen der einzelnen Städte rechtsgültig.

Das Ende der Hansetage

Der letzte Hansetag fand im Juli 1669 in Lübeck statt. Das Hansebündnis scheiterte letztlich an veränderten wirtschaftlichen Faktoren und den intern schlecht entwickelten Machtstrukturen. Eine formelle Auflösung fand nicht statt.

Die Hansetage der Moderne

Eine Wiederbelebung der Hansetage fand im Jahr 1980 – gemeinsam mit der Neugründung der Hanse – statt. Heutzutage werden bei den Hansetagen keine Beschlüsse mehr gefasst. Die Hansetage sind eher als eine Art Bühne zur Vorstellung etlicher Hansestädte zu verstehen. Diese Städte präsentieren sich im Rahmen eines mehrtägigen Hansefestes mit einem bunten Programm aus Kunst, Musik und Kultur.

Die Hansetage der Moderne

Die „Hanse 2.0“

Heutzutage handelt es sich bei der Hanse um ein Vernetzung von Städten, die Mitglieder der historischen Hanse waren oder mit diesen in einem kontinuierlichen Handelsaustausch standen. Die neue Hanse wurde im Jahr 1980 im niederländischen Zwolle gegründet und gilt seitdem als weltweit größte freiwillige Städtegemeinschaft.

Selbstauferlegte Aufgabe der modernen Hanse ist es, Gedanken und Spirit der europäischen Gemeinschaft wiederzubeleben, ein Eigenbewusstsein der teilnehmenden Städte zu fördern und eine enge Kooperation zwischen diesen Gemeinden und Städten anzustreben. Länderzugehörigkeiten sollen – wie auch bei der historischen Hanse – bei diesem Vorsatz keine übergeordnete Rolle spielen.

Das Ziel des Städtebundes der Hanse ist es, einen Beitrag zur staatlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Einigung in Europa zu leisten. In diesem Sinne soll das Selbstbewusstsein der Gemeinden und Städte gestärkt werden, damit diese ihre Aufgabe als Ort lebendiger Demokratie in die Tat umsetzen können.

Um die Aufgaben und Zielvorstellungen gestalten und verwirklichen zu können, sollen im Rahmen der modernen Hanse vor allem folgende Aktionen dienen:

  • Ein Austausch von Traditionen und Kultur.
  • Transfer von Informationen, Wissen und Sozialem.
  • Handels- und Wirtschaftskontakte stärken.
  • Die Jugend bei der Entwicklung der Hanse einbeziehen.
  • Rege Öffentlichkeitsarbeit, um die Gemeinsamkeiten der Hansestädte zu verdeutlichen.

Zeittafel der Hanse

Da die historische Hanse über viele Jahrhunderte bestand, folgend eine chronologische Übersicht über bedeutsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Hanse und insbesondere der Stadt Lübeck.

Jahr Ereignis
1159 Gründung der Stadt Lübeck
1226 Lübeck erhält das Reichsfreiheitsprivileg
ca. 1230 Erster Vertrag zwischen Hamburg und Lübeck wird unterzeichnet
ca. 1250 Bau der Marienkirche in Lübeck
1307 – 1319 Lübeck steht unter der Schutzherrschaft Dänemarks
1356 Erster offizieller Hansetag – Beginn der Städtehanse
1370 Frieden von Stralsund
1557 Hansetag in Lübeck mit Versuch einer Neustrukturierung der Hanse
1566 Seeniederlage Lübecks bei Gotland
1631 Enges Bündnis zwischen Bremen, Hamburg und Lübeck
1669 Letzter Hansetag – Ende der historischen Hanse

Das europäische Hansemuseum

Lübeck kann wahrlich auf eine facettenreiche Geschichte der Hanse zurückblicken. Entsprechend wurde der Stadt ein eigenes Museum mit dem Namen europäisches Hansemuseum Lübeck gewidmet. In diesem können sich Besucher einen Überblick über die Entwicklung der Hanse von ihren Kinderschuhen an bis zum Niedergang im 17. Jahrhundert verschaffen.

Viele Originalobjekte, Gemälde, Sammlungsstücke und seltene Dokumente veranschaulichen eindrucksvoll den Alltag der Hansekaufleute der damaligen Zeit. Gold- und Silbermünzen aus dem Lübecker Münzschatz, die seit dem 16. Jahrhunderts in Lübeck vergraben waren, zählen zu den Besonderheiten der Ausstellung. Zudem können Besucher durch Informationsgrafiken und an verschiedenen interaktiven Medienstationen die Reiserouten, das alltägliche Geschehen und die wirtschaftlichen Zusammenhänge zur Zeit der historischen Hanse nachvollziehen.

Die Architektur des Neubaus kombiniert handwerklich feines Backsteinmaterial und eine elegante Moderne und setzt damit ein repräsentatives Zeichen für den gesamten Stadtraum. Von der zentralen Treppe aus bietet sich für die Besucher ein fantastischer Blick auf die Stadt und den Hafen. Das europäische Hansemuseum ist wahrlich ein Schmuckstück für die gesamte Stadt Lübeck und ein Ort, an dem Historie und Moderne wohldurchdacht aufeinandertreffen.

Anschrift:

Europäisches Hansemuseum Lübeck gGmbH
An der Untertrave 1
23552 Lübeck

Öffnungszeiten:

  • Täglich geöffnet (außer am 24. Dezember)
  • von 10 bis 18 Uhr

Webseite: http://hansemuseum.eu/

Weitere Sehenswürdigkeiten Touren findest Du unter: 10 herrliche Stadtführungen in Lübeck

Fazit: Die Hanse war eine starke Handelsvereinigung, die über mehrere Jahrhunderte hinweg wirtschaftliche Verbindungen injizierte und pflegte und den Handel im gesamten Nord- und Ostseeraum dominierte. Durch die Hanse kamen Städte wie Hamburg, Bremen und auch Lübeck zu finanziellem Wohlstand und hohen Einwohnerzahlen. Insbesondere Lübeck war aufgrund seiner zentralen Lage im Nordseeraum eine der am meisten florierenden Städte des Mittelalters. Zudem war sie oftmals Austragungsort der Hansetage und erlangte auch durch diese Tatsache große Bekanntheit in ganz Europa.

Bis heute profitiert die Hansestadt Lübeck von ihrer hanseatischen Vergangenheit, wie Besucher etwa im europäischen Hansemuseum selbst erleben können. Auch wenn die Hanse im 17. Jahrhundert ihren Niedergang hinnehmen musste, so zählt sie dennoch bis heute zu einer der bedeutsamsten Vereinigungen im gesamten Nord- und Ostseeraum. Eine Renaissance erlebte die Hanse schließlich ab 1980, als erneut Hansetage und Hansefeste in verschiedenen europäischen Städten ausgetragen wurden. Diese Tradition wird bis heute auch in Lübeck gepflegt.

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