Lübecks Außenbezirke

Mehr als Innenstadt: Ab in Lübecks Außenbezirke

Sehenswürdigkeiten in Lübeck beschränken sich nicht nur auf die historische Innenstadt. Ob zweigeteilter Stadtteil St. Lorenz westlich des Altstadtherzens, Wasserstadtteil Travemünde, Kücknitz, Schlutup, St. Gertrud oder St. Jürgen: In jedem Gebiet der Hansestadt herrscht ein eigenes Flair, das Dich verzaubern wird. Von den zehn Stadtteilen sind höchstens Buntekuh und Moisling zu vernachlässigen, was Sehenswürdigkeiten betrifft. Obwohl Du auch dort verborgene Perlen entdecken kannst, zieht es Dich auf Urlaub in Lübeck bei Ausflügen außerhalb der Innenstadt wahrscheinlich eher in Richtung der Folgenden:

St. Lorenz Nord & Süd: Agglomerationspunkte der Industrialisierung

Wer stammt aus in St. Lorenz? Natürlich Willy Brandt. Auch abgesehen von den Spuren ihres mit berühmtesten Bürgers haben Dir Lübecks ehemalige Mittelschicht- und Industriekulturstadtteile St. Lorenz Nord und Süd aber etwas zu bieten. Entdecke bei Erkundungstouren

  • die Hafenanlagen St. Lorenz, die am Unterlauf der Trave mit dem Nordlandkai ein pulsierendes Hafenherzstücke des Lübecker Hafens bilden.
  • die Feuer- und Polizeiwache, die mittlerweile das Restaurant „Feuerwerk“ beherbergt.
  • das Lübecker Stadion Lohmühle des VfB Lübeck mit Platz für 17.869 Personen.
  • die St. Lorenz-Kirche aus dem 17. Jahrhundert.
  • die Lutherkirche in der Moislinger Allee, die als Wirkstätte eines Lübecker Märtyrers bekannt wurde und heute eine Gedenkstätte darstellt.
  • das Schlösschen Bellevue des Lübecker Kaufmanns Hieronymus Küsel, dessen Rokoko-Architektur und Gartenanlage Dich beeindrucken wird.
  • denkmalgeschütztes Gartenrestaurant Lachswehr aus dem 18. Jahrhundert, das Dich am toten Arm der Trave erwartet.
  • die Denkmale für Kaiser Wilhelm I., Reichskanzler Otto von Bismarck und Emil Hundriese in den Grünanlagen nahe am Fußweg zwischen Hauptbahnhof und Kreisverkehr Lindenplatz.
  • die Grünanlage Herrengarten, wo Dich ein Ehrenmal für Gefallene des Ersten Weltkriegs begrüßt.
  • das neugotische Kirchengebäude St. Matthäi in Lübeck-St. Lorenz-Nord.
  • die evangelische Lutherkirche St. Lorenz Süd, die im Nationalsozialismus als eine von wenigen Kirchen entstanden ist.
  • die Alte Kaserne als Beispiel einer Lübecker Kaiserkaserne des 19. und 20. Jahrhunderts.
  • Vorwerker Friedhof, der dem größten Friedhof von Lübeck entspricht und auf seinen 53 Hektar mit Kriegsgräberstätten unterschiedlicher Nationen an den Ersten und Zweiten Weltkrieg erinnert.
  • Handelshof im Sinne eines ehemaligen Büro- und Geschäftshauses, das heute zwar als Hotel genutzt ist, aber noch immer seine ursprüngliche und denkmalgeschützte Fassade trägt.
  • die Holstentorhalle im Sinne einer denkmalgeschützten Messe- und Ausstellungshalle im Stil des Backsteinexpressionismus.

Genug von Lübeck-St. Lorenz gesehen? Die Suche nach den geheimen Lübecker Perlen führt Dich weiter zu den Sehenswürdigkeiten von Lübeck-Schlutup.

Schlutup: Ruhiger Ort der Fischer

Am Breitling des unteren Travelaufs erwartet Dich ein Fischerdorf mit nur 6000 Einwohnern, das einen ansehnlichen Kontrast zum dicht besiedelten Lübecker Stadtteil St. Lorenz bildet. Als kleinster Stadtteil der Hansestadt hat Schlutup vielleicht nicht viele Hotspots, aber sehenswert bleiben

  • die evangelische Luther-Saalkirche St. Andreas im Stil der Backsteingotik.
  • die Neuapostolische Kirche, deren Architektur einen Einblick ins neue Lübeck eröffnet.
  • der Schlutuper Markt, der Dich mit seinem bunten Treiben mitreißt und Spezialitäten der Hansestadt probieren lässt.

Neben den genannten ist die eigentliche Sehenswürdigkeit des Fischerbezirks die angenehme Ruhe, die Dir vor der Weiterreise ins hochtouristische Travemünde die Energien erneuert. Ähnliches bietet Dir übrigens Kücknitz: ein Lübecker Bezirk für die Seele.

Kücknitz: Lübecker Stadtteil der Wälder

In den Wald hineinkommen, darfst du in Kücknitz allemal: Schließlich kesseln Wälder den Stadtteil allerseits ein. Wer einen Blick über die Bäume hinauswirft, entdeckt in Kücknitz

  • das Dummersdorfer Ufer, das sich Dir am westlich unteren Travelaufs zwischen dem Travemünder Fährhafen nahe des Lübecker Stadtteils Herrenwyk eröffnet.
  • das Pöppendorfer Großsteingrab, das als eines der wichtigsten Grabmale im deutschen Ostseeraum gilt.
  • der Geschichtserlebnisraum Lübeck in Form des Bauspielplatzes Roter Hahn.
  • das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk mit Exponaten aus dem ehemaligen Hochofenwerk, Dokumentationen zu den Lebensverhältnissen von Arbeitern, Kaufmannsladen, Schmiede und Produktionsstätte für U-Bootteile und von Einmann-U-Booten.
  • das Forsthaus Waldhusen im Sinne des ältesten Wohn- und Dienstsitzes von Förstern in ganz Deutschland.
  • die St.-Johannes-Kirche mitsamt Gemeindehaus und zugehörigem Pfarrhaus, die Dich in der Dummersdorfer Straße erwartet.

Zeit für Mehr? Die Stimmung des Meers wartet im nahen Travemünde: einem Lübecker Tourismusbezirk, das Dich aus dem Kücknitzer Wald herausführt.

Travemünde: Touristenstandort mit etwas Mee(h)r

Travemünde ist nahe am Wasser gebaut und verspricht Dir inmitten von Lübeck emotionale Momente auf der Sonnenseite des Lebens. Entspanne am Strand und lerne Vielseitigkeit kennen, so in Form

  • des historischen Leuchtturms Travemünde, der ein technisch bauliches Kulturdenkmal darstellt und ein Museum beherbergt.
  • des Priwalls, wo Dich eine Ostseestation zum Besuch im Umweltzentrum und Aquarium einlädt.
  • der Viermast-Stahlbark Passat, die als Flying P-Liner von Reederei F. Laeisz im Travemünder Hafen liegt und als Wahrzeichen des Ortsteils gilt.
  • des Maritim-Hochhauses Neues Leuchtfeuer, das mit 119 Metern Höhe als höchster Bau der deutschen Ostseeküste gilt.
  • der Nordermole, die bis zu dem Punkt führt, wo die Trave in die Ostsee fließt und am äußersten Ende in den Leuchtturm Molenfeuer Travemünde einlädt.
  • des ehemaligen Casinos im Stil des Jugendstils, das neben Außenanlagen des Gartenarchitekten Maasz mittlerweile ein Michelin-Restaurant beherbergt.
  • des ehemaligen Kurhaus-Hotels am Kalvarienberg mit Innenausstattungsmerkmalen des Klassizismus und einem Resort.
  • des Strand- und Hafenbahnhofs nach Plänen von Klingholz.
  • des Naturdenkmals Mövenstein im Sinne eines Findlings, der in der Ostsee zu versinken drohte und damals von Badegästen ‚gerettet‘ wurde.
  • des Friedhofs nördlich der Eisenbahnstrecke, wo Dich gleich hergerichtete Kriegsgräber aus dem Jahr 19545 erwarten.
  • des Dr.-Heinrich-Zippel-Parks mit Kriegerdenkmal am Kalvarienberg.
  • der St.-Lorenz-Kirche aus dem 16. Jahrhundert mit einer spektakulären Orgel von Rudolf von Beckerath.
  • des Pommern-Zentrums mit architektonisch beeindruckender Versöhnungskirche.
  • der alten Lübschen Vogtei im Stil der Backsteinrenaissance, die Polizeireviergeschichte hat.
  • der ehemaligen Possehl-Villa, die mittlerweile dem Restaurant Villa Mare entspricht.
  • des Brügmanngartens an der Ostseepromenade, wo Dich eine Musikmuschel und Kurkonzerte erwarten.
  • des Godewindparks am Strandbahnhof, der dich zwischen Eichen, Ahorn, Teichanlagen und weiten Rasenflächen zu ruhigen Spaziergängen auf der durchgängigen Lindenallee einlädt.
  • der belebten, fast zwei Kilometer langen Strandpromenade mit Badebuchten, Seeterrasse und Seegarten.
  • des Seebadmuseums, das Dir die Entwicklung von Travemünde zum Seebad, die Geschichte des Priwalls und die Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs näherbringt.
  • des historischen Propellers vor dem Maritim-Hotel, der Dich an die Priwall-Vergangenheit als Seeflug-Erprobungsstätte erinnert.
  • der Sektion „a“ eines ehemaligen Reichsbahn-Triebwagens der Bauart „Köln“ neben dem Vereinsheim des EHSFV und dem einstigen Wasserturm der LBE.

Anschließend Lust auf Lübecker Pilgergeschichte? Dann los in den Stadtteil St. Gertrud.

St. Gertrud: Pilgerflair in Lübeck

Schnuppere inmitten von Lübeck das Flair der Pilger, indem Du in St. Gertrud entlang der Sehenswürdigkeiten wanderst und dabei folgende Highlights erkundest:

  • den Kreuzweg zum Jerusalemsberg im Sinne des ältesten deutschen Kreuzwegs, der genau 1650 Meter von der Kirche St. Jakobi bis zum Denkmal des Jerusalemsbergs reicht und am Ende auf dem Kalvarienberg ein gotisches Häuschen mit Grobrelief der Kreuzigungsszene trägt.
  • das Straßenbahn-Depot Roeckstraße, das einem Kriegerdenkmal für die Straßenbahner des Ersten Weltkriegs darstellt.
  • den Gedenkstein für Major von Arnim, der an der Wesloer Landstraße an den Siegversuch über die französisch-dänischen Besatzungstruppen in Lübeck erinnert.
  • die St.-Gertrud-Kirche mit Satteldach-gedecktem Turm. Die Dich mit Architektur des Jugendstils beeindruckt.
  • die Villa Eschenburg am Jerusalemsberg des dänischen Klassizismus-Architekten Hansen.
  • das Tor der Hoffnung in Form eines Rundbau-Wohnblocks am Ostufer der Wakenitz, dessen Grünanlage Dich bis in den angrenzenden Marli-Park führen.
  • die Schwedische Kirche, die Schwedischen Seeleuten in Lübeck als Gotteshaus diente und heute ein privates Wohngebäude darstellt.
  • das Kleverschusskreuz in Form eines Wegekreuzes aus dem 15.. Jahrhundert, das an die Pilger auf dem Weg zur Wunderblutkirche erinnert.
  • den zwölf Hektar großen Arboretum-Park mit Teichen und kleinen Inseln im ehemaligen Buchtbereich der Wakenitz, der Dich an einheimischen und exotischen Baum- und Gehölzarten vorbeiführt und palaisartige Altenstifte aus Zeiten vor dem Ersten Weltkrieg in der Umgebung hat.
  • das ehemalige Kesselhaus der Werft, das ein von Henry Koch geplantes Industriedenkmal im Lübecker Hafen darstellt.
  • den Burgtorfriedhof mit 8700 Grabstätten auf rund acht Hektar Raum.
  • die St.-Gertrud-Kirche im Sinne der evangelischen Gemeindekirche, deren Patrozinium seit dem Mittelalter als historisch gilt.

Nach der ganzen Pilgergeschichte Lust auf ein bisschen Bodenständigkeit außerhalb der Stadtmauern? Begebe dich dazu in den Stadtteil St. Jürgen.

St. Jürgen: Lübeck vor dem Mühlentor

Vor dem einstigen Mühlentor liegt im Süden Lübecks außerhalb der alten Stadtmauern ein entspannter Stadtteil, der Dir trotzdem einiges zu bieten hat. Erlebe in St. Jürgen Highlights wie

  • die Klosterhofschule auf dem Klosterhofgelände, die während der Entstehung als modernster Schulbau Deutschlands galt.
  • das Kolosseum in Form eines archetektonisch interessanten Konzert-, Theater- und Veranstaltungssaals.
  • die Lindesche Villa im Sinne des heutigen Standesamts.
  • Heilanstalt Strecknitz, die als Psychiatrische Klinik vor dem Ersten Weltkrieg errichtet wurde und bis zum Nationalsozialismus fortbestand.
  • die Lübecker Wasserkunst an den Ufern der Wakenitz, wo Dich das zentrale Gebäude des historischen Wasserturms im Stil der Backsteingotik fasziniert.
  • das denkmalgeschützte Naturbad Falkenwiese in Form eines Flussschwimmbads im Osten der Lübecker Altstadtinsel, wo seit dem Mittelalter die Wakenitz gestaut wird.
  • die St.-Jürgen-Kapelle aus dem 17. Jahrhundert nahe der Wakenitzbrücke.
  • das klassizistische Herrenhaus Hölzerne Klinke schräg gegenüber der Kapelle St. Jürgen.
  • das Verwaltungszentrum Mühlentor im Altbau von Schwiening mit bewegter Nutzungsgeschichte.
  • das Großsteingrab Blankensee im Sinne eines beeindruckenden Hünengrabs, das mit dem ältesten Bauwerk St. Jürgens assoziiert ist.

Fertig mit Lübeck? Das Großsteingrab ist nicht der schlechteste Abschluss. Falls Du aber noch Zeit übrig hast, warten etwas außerhalb idyllische Landschaften auf Deinen Besuch.

Landschaftsidylle in Lübeck und Umgebung

Brich außerhalb des Lübecker Altstadtherzens zu Wanderungen und Freilufterlebissen auf, so beispielsweise

  • an der Lübecker Bucht entlang des Brodtener Ufers, dessen mehr als vier Kilometer lange Steilküste Dich zwischen Lübeck-Travemünde und Niendorf erwartet.
  • im Naturschutzgebiet Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee, dessen Heidelandschaften tiefe Wälder entlang zu Entdeckungsreisen einladen.
  • im Schellbruch in Form eines bedeutenden Naturschutzgebiets am unteren Lauf der Trave bei Gothmund.
  • im Naturschutzgebiet Küstenlandschaft zwischen Barendorf und Priwall, dessen 580 Hektar nördlich von Dassow zu Entspannung auffordern.
  • im Naturschutzgebiet Stepenitz- und Maurine-Niederung, das auf 501 Hektar südlich von Dassow und nördlich von Schönberg in einzigartige Fauna und Flora entführt.
  • am Dassower See, der einer Seitenbucht der Traveförde entspricht und rund fünf Kilometer über der Travemündung in die Ostsee liegt.
  • am Ratzeburger See des Naturparks Lauenburgische Seen, der Dich im Süden der Lübecker Altstadt erwartet.
  • im fünf Hektar großen Erlebnis- und Tigerpark Dassow, der bis heute Besitz der Familie Farell liegt.

Fazit: Wie viel Zeit Du auch mitbringst: Für einen Besuch in Lübeck und Umgebung ist alle Zeit der Welt noch immer nicht genug. Kaum eine deutsche Stadtregion serviert Dir mehr schmackhafte Bauwerke, Grünflächen, Museen und Kulturdenkmale. Damit Du auch genügend Zeit hast, dich in einem von Lübecks kuscheligen Altstadtabschnitten niederzulassen und das vielfältige Flair der historischen Hansestadtkönigin bei einem gemütlichen Kaffee mit Lübecker Marzipanleckereien zu genießen, solltest Du zumindest eine Woche Aufenthalt in der Kulturstadt einplanen. Jetzt aber los: Folge dem Ruf der Hanse und verbringe vielseitige Urlaubstage in einem Meer aus Attraktionen, aus denen Du mit Fotos besser als jedes Postkartenmotiv zurückkehrst.