Die Kamera ist immer dabei

In Lübeck ist die Kamera immer dabei

Es gibt wenige Tage, an denen ich meine Kamera in Lübeck nicht dabei habe. Denn ich habe schon viel zu viele Momente erlebt, in denen ich mir meine Kamera herbeiwünschte und stattdessen nur das Handy zur Hand nehmen konnte. Es heißt zwar, die beste Kamera ist die, die man dabei hat, aber wenn ich es mir aussuchen kann, ist mir ein Bild mit hoher Auflösung doch lieber. Das macht die spätere Bearbeitung deutlich einfacher, da ein höher aufgelöstes Bild mehr Bildinformationen enthält als ein kleines Jpeg vom Handy. Durch detailliertere Bildinformationen lassen sich später am Computer besser Details herausarbeiten, zum Beispiel Wolken am Himmel.

Die Kamera ist immer dabei

Bilddaten

  • ISO: 100
  • Blende: F4
  • Belichtungszeit: 1/640 Sek.
  • Weißabgleich: Automatik

Etwas nicht dabei haben, heißt improvisieren

Bilder bei Tageslicht erfordern eine andere Fotoausrüstung als in der Nacht. Am Tage setze ich häufig einen Pol-Filter ein, nachts ein Stativ. Wenn ich also beabsichtige nur am Tage Bilder zu machen, schleppe ich kein schweres Stativ mit. Es kann dennoch Situationen geben, in denen ich es gerne dabei hätte: Zum Beispiel war ich erst kürzlich mit einem Freund unterwegs, nachdem ich zuvor Bilder in Lübeck gemacht hatte. Auf dem Heimweg am Abend war es windstill, der Krähenteich lag ruhig und friedlich da, kein Wind, nahezu kein Straßenlärm. Schön war es! Jetzt ein Stativ, das wär ein Träumchen gewesen. So behalf ich mir mit meinem Portemonnaie und meinem Handy als Unterlage, um eine Langzeitbelichtung vom Boden durchzuführen.

Improvisation ohne Stativ

Bilddaten

  • ISO: 5.080
  • Blende: F4
  • Belichtungszeit: 1/50 Sek.
  • Weißabgleich: Automatik

Spiegelungen und die Stille der Nacht

Auf dem Weg vom Kino in der Mühlenbrücke Richtung Krähenteich, dann über den Mühlendamm Richtung Innenstadt, später über die Hartengrube Richtung An der Obertrave zurück – ich hätte Stunden damit verbringen können, Bilder zu machen. Ich machte das Beste aus der Situation kein Stativ dabei zu haben und nutzte Häuserwände und Laternen als Stütze, um die Kamera ruhiger halten und damit längere Belichtungszeiten fotografieren zu können. Bilder in dunkler Umgebung und ohne Stativ sind ein Kompromiss aus einer hohen ISO, einer kleinen Blende und einer sehr niedrigen Verschlusszeit. Die Verschlusszeit kann ich durch eine automatische Bildstabilisierung am Objektiv etwas weiter nach unten setzen, als es Freihand möglich wäre (Verwacklungsgefahr).

Hauswand als Stabilisierungshilfe

Bilddaten

  • ISO: 6.400
  • Blende: F4
  • Belichtungszeit: 1/30 Sek.
  • Weißabgleich: Automatik

Mit diesem Kompromiss bekomme ich zwar kein perfektes Bild hin, aber es ist allemal besser als gar keins zu haben. Das Bild wird aufgrund der hohen ISO rauschanfälliger und der Dynamikumfang ist sehr gering, da die dunklen Bereiche im Bild absaufen und über die Bildbearbeitung später hier kaum was rauszuholen ist. Aufgrund der niedrigen Blende erscheinen die Lichter nicht als Sterne, sondern als das, was sie sind: Lichtquellen. Shit happens! Ruhig bleiben und versuchen die Situation zu retten. Sich ärgern zaubert auch kein besseres Bild!

Das Portemonnaie als Unterlage

Am Ende der Dankwartsgrube geht eine Holzbrücke über die Trave. Unterhalb davon sind auf beiden Seiten Betonvorsprünge, von denen sich nahe des Wassers gut Bilder mit Blick auf die Altstadt machen lassen. Um das Objektiv etwas vom Betonsockel abzuheben und diesen nicht zu dominant auf dem Bild erscheinen zu lassen, legte ich mein Portemonnaie und Handy unter das Objektiv. Ich hätte noch mehr an die Kante des Sockels zum Wasser herangehen können, aber durch eine Unachtsamkeit mein Handy und Portemonnaie in die Trave zu kicken, davor hatte ich genug Respekt, um vom Rand einen kleinen Sicherheitsabstand zu halten. Nach einigen Aufnahmen versuchte ich noch ein Bild von der Brücke aus, aber hier war leider aufgrund des Geländers nichts zu machen – nahe des Bodens wurde ein Großteil des Sichtbereichs verdeckt.

Portemonnaie als Stativersatz

Bilddaten

  • ISO: 504
  • Blende: F13
  • Belichtungszeit: 15 Sekunden
  • Weißabgleich: Automatik

Fazit: Wegen einer schlechten Lichtsituation in der Nacht oder am Morgen erhält man mit der Kamera bessere Bilder als mit dem Handy. Klar ist die beste Kamera die, die man dabei hat, aber aufgrund der Bilddetails, die für die spätere Bildbearbeitung notwendig sind, würde ich die Kamera dem Handy stets vorziehen. Wenn man dazu noch etwas vergessen hat, in der Nacht das Stativ zum Beispiel, eignen sich Laternen und Häuserwände, um die Kamera etwas ruhiger zu halten. Für eine Langzeitbelichtung kann man die Dinge nutzen, die einem vor Ort geboten werden – eine Mauer, einen Vorsprung usw. Um die Neigung zu verändern, zum Beispiel das Objektiv etwas anzuheben, ist ein Portemonnaie und/oder ein Handy eine gute Option.

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