Lübecker Presshonig

Kennt ihr den Lübecker Presshonig schon?

Neulich habe ich entdeckt, dass es in Lübeck majestätisch summt. Damit meine ich aber nicht, dass in der Stadt ein musikalischer Monarch zugegen ist. Vielmehr haben sich in der „Königin der Hanse“, die in puncto Leckereien (bislang) vorrangig für ihr edles Marzipan bekannt ist, eine Vielzahl von emsigen Bienen mitsamt ihrer majestätischen Obrigkeit eingefunden.

Die fleißigen Insekten, die in der kleinen Imkerei von Berit Witt und Timon Oberfeld ihr Tagewerk verrichten, sorgen dafür, dass Freunde von süßer Kost in den Genuss von einzigartigem Lübecker Presshonig kommen können.

Presshonig aus Lübeck

Ein lübischer Genuss, der jedes Jahr anders ist

Mit diesem speziellen Produkt könnt ihr euch ein echtes Lübecker Naturprodukt sichern – und zwar eins, das auf langjähriger Erfahrung beruht. Denn die beiden Imker hegen mittlerweile seit sechs Jahren ihre eigenen Bienenvölker.

Standort und Sammelgebiet der Bienen

Die Insekten befinden sich im Osten des lübischen Stadtgebietes. Das Sammelgebiet der fleißigen Tiere liegt zwischen der Altstadtinsel und dem Stadtwald. Auf ihren Streifzügen durch die Natur Lübecks können sich die kleinen Honigproduzenten an den Blütenpollen in Parks und Gärten bedienen. Ferner werden sie auch auf Balkonen, auf Grünstreifen, an Stadtbäumen sowie im Stadtwald fündig.

Ein einzigartiges Lübecker Produkt

Das Resultat all dieser Flüge ist ein ureigenes Produkt, das jedes Jahr ganz individuell ausfällt, je nachdem, welche Blüten im jeweiligen Sammeljahr zu finden sind. Dadurch handelt es sich beim Lübecker Presshonig um ein einzigartiges Lebensmittel, das jedes Jahr in seinem Aroma, seiner Farbe und seiner Konsistenz anders ist. Es kann quasi als ganz exklusives Stück Heimat bezeichnet werden – oder eben als „Der Geschmack eines Lübecker Sommers“, wie es in der Pressemitteilung der beiden Imker so gekonnt in Worte gefasst wird.

Quelle: Pressemitteilung – Der Geschmack eines Lübecker Sommers

Die Motivation der beiden Imker

In der Pressemitteilung erfahren wir auch, warum Berit und Timon das Imkern angefangen haben: Zum einen spüren die Beiden eine Faszination für den Organismus Bienenvolk. Zum anderen wollen sie einen Beitrag zum Naturschutz leisten. Dementsprechend leben die Bienen bei ihnen in Beuten (Bienenwohnungen) aus unbehandeltem Holz, bauen ihre eigenen Waben und werden das Jahr über möglichst wenig gestört. Last but not least: Berit und Timon essen gerne Honig.

Was unterscheidet Presshonig von (handelsüblichem) Schleuderhonig?

Doch was ist eigentlich Presshonig, werdet ihr euch wahrscheinlich fragen. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen grundlegend anderen Honig. Vielmehr wird Presshonig auf eine schonendere Weise aus den Waben extrahiert, als es beim meist im Handel erhältlichen geschleuderten Produkt der Fall ist.

Herstellung von Schleuderhonig

Für die Gewinnung von Honig können verschiedene Verfahren angewendet werden. Der Großteil der im Supermarkt erhältlichen Honige ist anhand des Schleuderverfahrens aus den Waben herausgelöst worden. Dieses Vorgehen ist kostengünstiger und zeitsparender als das Auspressen, unterschlägt jedoch auch wichtige Inhaltsstoffe des Honigs und bewirkt zudem eine geringere Geschmacksintensität.

Herstellung von Presshonig

Ganz anders sieht es aus, wenn man den Honig mittels des Pressverfahrens extrahiert. Hierbei handelt es sich um eine ursprüngliche Methode zur Gewinnung des süßen Bienenproduktes, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts angewendet wurde.

Will man den Honig durch Auspressen gewinnen, zerkleinert man die Waben zunächst und drückt sie anschließend langsam unter Zuhilfenahme einer speziellen Presse aus. Dieser Arbeitsprozess war in früheren Zeiten – in denen man sich auch anderen Hilfsmitteln wie etwa Kartoffelpressen oder schlicht seiner eigenen Hände bediente – weit verbreitet, wurde dann aber durch die Erfindung und Verbreitung von Honigschleudern mehr und mehr verdrängt.

Vorteile von Presshonig

Zwar dauert es länger, den Honig durch Pressen aus den Waben herauszubefördern. Doch lohnt sich der Mehraufwand an Arbeit und Zeit: Infolge des schonenden Extraktionsprozesses bleiben im Honig mehr wichtige Nährstoffe, wie zum Beispiel Mineralien, enthalten. Zudem verfügt Presshonig im Vergleich zu Schleuderhonig über viel mehr Pollen. Das Resultat ist ein Produkt, das nicht nur gesünder, sondern auch besonders charismatisch in Aussehen und Geschmack ist: Presshonig ist etwas dunkler als das geschleuderte Produkt. Der Geschmack des zart duftenden Honigs kann als würzig-herb charakterisiert werden.

Naturprodukt aus Lübeck

Honig ist Naturprodukt mit vielen Nährstoffen

Wenn ihr euer Leben mit Honig versüßt, entscheidet ihr euch für ein Naturprodukt, das wertvolle Inhaltsstoffe enthält. Die süße Substanz besteht vor allem aus Fructose (Fruchtzucker), Glucose (Traubenzucker) und Wasser. Dabei überwiegt meist die Menge von Fructose. Neben weiteren Zuckerarten enthält Honig außerdem auch noch

  • Pollen,
  • Mineralstoffe,
  • Proteine,
  • Flavonoide,
  • Enzyme,
  • Aminosäuren,
  • Vitamine sowie
  • Farb- und Aromastoffe.

Beim Schleudern von Honig bleiben leider viele der Nährstoffe auf der Strecke. Presshonig hingegen enthält aufgrund der sorgfältigeren Vorgehensweise mehr Nährstoffe. Laut einer in der Pressemitteilung zitierten Studie finden sich hierin zum Beispiel deutlich mehr Gesamtkohlenhydrate, Gesamtlipide, Gesamtproteine, Flavonoide und Ascorbinsäure. Ferner ist gemäß der Erhebung auch der Anteil von Mineralien wie Kalium, Calcium, Magnesium, Natrium, Eisen, Lithium und Zink höher.

Zudem sind in ihm, im Vergleich zu Schleuderhonig, auch viel mehr fermentierte Blütenpollen sowie höhere Anteile von Wachs zu finden.

Einsatzgebiete von Presshonig

Fragt ihr euch nun, für welche Spezialitäten ihr euren Lübecker Presshonig einsetzen könntet? Denkt nicht zu kompliziert. Denn wie gewöhnlicher Schleuderhonig eignet sich auch gepresster Honig hervorragend als leckerer Brotaufstrich. Anders als die geschleuderte Variante schmeckt Presshonig sogar intensiver und würziger.

Ferner könnt ihr ihn natürlich auch als Ersatz für eure sonstigen Süßungsmittel (Zucker, Schleuerhonig, etc.) oder als Grundlage für aromatische Getränke verwenden. Wenn ihr damit zum Beispiel einen Honigwein selbst erzeugen wolltet, würde euch dieser aufgrund des herberen Honiggeschmacks sicherlich ganz anders als Met mit geschleudertem Honig munden.

Außerhalb der Küche wird Honig zudem auch als Heilmittel eingesetzt. So schwören viele Naturheilkundler beispielsweise darauf, dass Honig aufgrund seiner antiseptischen Wirkung bei Wunden helfen kann. Ferner gilt Honig als Hausmittel zur Linderung von Husten.

Mit Presshonig gegen die Pollenallergie

Leidet ihr an einer Pollenallergie? Dann könnte euch Presshonig ganz besonders interessieren. In der erwähnten Pressemitteilung wird nämlich auch darauf hingewiesen, dass gepresster Honig bei Pollenallergikern besonders beliebt sei, da er zur Desensibilisierung ihres überschießenden Immunsystems eingesetzt werden könne. Wichtig ist dabei jedoch, dass hierfür tatsächlich Presshonig verwendet wird, weil in diesem eine 5,6-fach höhere Menge Pollen als in Schleuderhonig enthalten ist.

Wikipedia.org sieht die Sache ähnlich: Verzehrt man während der Vorsaison zum Beispiel Honig, der mit Birkenpollen angereichert wurde, könne dies bei Allergikern laut einer 2010 durchgeführten Pilotstudie wohl tatsächlich einen Nutzen bringen. Es ist demnach möglich, dass dadurch bei den Betroffenen in der Pollenflugsaison die medikamentöse Symptomkontrolle verbessert werden kann.

Da Honig jedoch auch zu allergischen Reaktionen führen kann, rate ich euch davon ab, eine Desensibilisierung in Eigenregie durchzuführen. Sprecht im Vorfeld unbedingt mit eurem Allergologen oder Hausarzt und fragt ihn, was er von eurem Vorhaben hält.

Vergleich der Stadtbienenmit den Landbienen

Vergleich: Fühlen sich Stadtbienen weniger wohl als Landbienen?

Sorgt ihr euch vielleicht, dass es den Bienen, die den Lübecker Presshonig produzieren, in der Stadt nicht so gut wie auf dem Land geht? Wie es aussieht, ist wohl sogar das Gegenteil der Fall. Eine Studie lässt darauf schließen, dass sich Bienen in der Stadt wohler als auf dem Land fühlen. Das erstaunliche Resultat der Erhebung: In Großstädten wie Berlin und Hamburg produziert ein Bienenvolk pro Imker bis zu 65 kg Honig in einem Jahr. In Dörfern sind es lediglich bis zu 30 kg.

Dies liegt wohl daran, dass in der Stadt für die Bienen das ganze Jahr über eine größere Menge und Vielfalt an Blüten zur Verfügung steht. Tatsächlich können die Tiere hier aus der Fülle von allen möglichen Pflanzen und Bäumen in Parks, Vorgärten, Ruinen und Balkonen schöpfen. Auf dem Land ist das nicht so. Hier müssen sich die Insekten oft an kurz blühende Monokulturen halten und sind aufgrund der meist landwirtschaftlich verwendeten Nutzflächen häufig vergeblich auf der Suche nach Nahrung. Darüber hinaus macht den Bienen in ländlichen Gebieten die großzügigere Verwendung von Pestiziden zu schaffen.

Tatsächlich hat der Trend, innerhalb von Städten Bienenvölker zu hegen, sogar schon eine eigene Bezeichnung verpasst bekommen und ist als „Urban Imkering“ in aller Munde.

Bienen: Produzenten von Lübecker Presshonig und wertvollem Wachs

Apropos „in aller Munde“: Auch in früheren Zeiten war Honig schon überall als süßes Lebensmittel beliebt. Zu Zeiten der Hanse rückte mit Wachs aber ein anderes Produkt aus dem Bienenstaat in das Zentrum des (wirtschaftlichen) Interesses. Diesen importierte man unter anderem aus dem Kontor in Nowgorod nach Lübeck und verwendete ihn zu Hause zum Beispiel für die Erzeugung von Siegeln und Kerzen.

Bienenwachs war aber im 14. Jahrhundert in Nowgorod noch dermaßen hochpreisig, dass Wachsverfälschungen in Umlauf kamen und sich in der Folge zu einem echten Problem entwickelten. So streckte man den Wachs unter anderem mit Butter, Talg, Pech oder Teer bzw. beschwerte ihn mit eingeschmolzenen Steinen, Sand oder Ziegelsteinmehl. Diese Betrugsversuche führten nicht nur zur Einführung von Qualitätskriterien und – kontrollen, sondern auch zu langen Streitigkeiten zwischen den hansischen Kaufleuten und ihren russischen Lieferanten.

Produzenten des Lübecker Presshonigs

Hier könnt ihr den Lübecker Presshonig kaufen

Nach diesen vielen Infos rund um den Lübecker Presshonig läuft euch nun wahrscheinlich schon das Wasser im Munde zusammen. Es ist also höchste Zeit, euch mitzuteilen, wo ihr euch Berits und Timons süßes Naturprodukt sichern könnt. Ihr erhaltet den Honig:

  • online unter www.luebecker-honig.de (Webseite befindet sich gerade im Aufbau)
  • vor Ort bei Dr. Klein in der Hansestraße 14 (an der Rezeption)

Ich wünsche euch guten Appetit beim Verzehr des Lübecker Presshonigs!

Weitere Quellen:

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